A!345 – Emotionshandel

Dienstag, 11. Dezember 2018, 16:13 Uhr

Die CDU hat sich entschieden. Sie wird nun von AKK geführt, die in Hamburg zwar zeigte, dass sie ihre Partei kennt. Was sie mit ihr vorhat verriet sie allerdings noch nicht. Möchtegern Staatsmann, Kaltland-Kanzler, Mister- Mittelschicht Friedrich Merz wurde damit knapp auf die Plätze verwiesen. Der Streit kann beginnen. In Frankreich ist man schon ein paar Schritte weiter und rebelliert offen. Und auch der Brexit steht trotz EUGh-Urteil, das den Briten einen Brexit-Exit erlaubt, noch immer an. Dazu spielt uns Mathias Wolfsrudelmusik mit Linn, die auch die Audiokommentare eröffnet.

Wir danken unseren Produzenten Henrik, Stephan, Ole, Daniel, Nils, Ulrich, Martin, Anne & Jens, Daniel und allen unseren Unterstützerinnen.

Der Aufwachen! Podcast endete mit Ausgabe 444. Ihr findet Stefan beim Fernsehpodcast und Tilo bei Jung & Naiv.

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10 Gedanken zu „A!345 – Emotionshandel“

  1. Mensch Kinders, da fehlt wohl doch ein wenig die Parteierfahrung wa. Die Cyber-Cyber Verteter kommen nicht darauf das Antragsbuch zu googlen 😉 :

    Antrag Nr. B 3 – BV Junge Union Parteitagsentscheidung über Koalitionsverträge in Parteisatzung Die Antragskommission empfiehlt, den Antrag B 3 implementieren abzulehnen. Die CDU Deutschlands fordert, dass Koalitionsverträge auf Bundesebene künftig immer durch einen CDU Bundesparteitag beschlossen werden. § 29 des Status der CDU Deutschlands (Zuständigkeiten des Bundesparteitags) ist entsprechend um folgenden Absatz 8 zu ergänzen: „Er beschließt über die Beteiligung an Koalitionen auf Bundesebene.“

    https://www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/antragsbroschuere-delegierte_0.pdf?file=1

  2. Wer klärt StePHan auf, dass “wöllte” (im Gegensatz zu dem korrekten Genitiv danach) kein korrektes Hochdeutsch ist, sondern genau so falsch und künstlich aufgeblasen, wie der Sprecher selbst.

    Der Typ ist echt das Letzte. Wer kameradlich über ausländerfeindliche Sprüche lacht (“Ölauge”), zeigt, wie wenig ihn die Gesetze und die Würde des Menschen tatsächlich tangieren.

    Entschuldigung für das YouTube-Niveau.

  3. Ich schließe mich gerne Stefans Respekt für Philipps eristischen Fähigkeiten an. Der angebliche Konjunktiv “wöllte” aber, der ist nicht Teil der der korrekten deutschen Sprache. Er wird wie der demonstrativ gebrauchte Genitiv vorwiegend von jenen gerne zur Schau gestellt, die vorgeben, etwas zu sein, nämlich belesen und in der deutschen Sprache besser bewandert als der gemeine Pöbel. Das geht leider mit “wöllte” ziemlich in die Hose. Und das Philipp in diese Kategorie der Politclowns gehört, das steht wohl ebenso außer Zweifel wie seine offensichtliche Durchsetzungsfähigkeit im großen Politzirkus der Eitelkeiten, in den übrigens auch Albrecht v. Lucke zu zählen. Aber das ist eine andere Geschichte… Und wer ist schon frei von Eitelkeiten? Oder Stefan? 😉

  4. zu CDU
    Hallo Tilo,
    danke für das bescheuert – aber so einfach ist die Welt nicht – wer, wenn nicht die CDU hat denn noch diskutablen Kontakt zu allen gesellschaftlichen Gruppen, und damit genügend Einfluss auf diese. Im übrigen ist in der Regel niemand in einer Partei mit allem was diese beschließt einverstanden, dies auch an Alex Theiler., das ist ja geradezu das Wesen von Demokratie, Diskussion, manchmal auch unangenehme.

  5. Liebes Aufwachen,
    erstmal vielen Dank für eure tolle Arbeit.

    Zitat Stefan: “Du musst CO2 nicht vermeiden, wenn du es kompensierst”
    Dieser Satz ist gefährlich und hat in seinem Effekt wahrscheinlich jede Kompensation zunichte gemacht, die du in diesem Jahr zahlst. Stichwort Rebound-Effekt. Tilo hat völlig recht, wenn er sagt “du musst CO2 vermeiden UND Bäume pflanzen”.

    Die 10€, die Radermacher veranschlagt sind vollkommen irreführend, wie so viele ökonomische Quantifizierungen im Zusammenhang mit Zukunftsszenarien. Wenn man die Tonne CO2(-äquivalenter Klimagase) bepreisen will, gibt es meines Wissens drei Möglichkeiten:

    1. Vermeiden. Ich berechne wie viel es kostet, etwa in einer Fabrik auf klimafreundlichere Produktion umzustellen, um eine Tonne CO2-Ausstoß zu vermeiden. Wenn ich eine Tonne CO2-Ausstoß verantworte und mich dann durch ein Vermeidungsprojekt freikaufe, vernichte ich also das Potenzial, recht einfach eine Tonne CO2 einzusparen. Um dem Klimawandel zu begegnen, muss aber reduziert werden und nicht das Level gehalten werden. Wenn ich Einsparungspotenziale vernichte, weil ich durch die Gegend fliege und mir dann “ausgleichend” Vermeidung anderswo einkaufe, halte ich zwar rechnerisch die Bilanz ausgeglichen, vernichte aber einfache Möglichkeiten CO2 einzusparen und mache damit CO2-Vermeidung teurer.

    2. Kompensieren. Ich finanziere die Rückbindung einer Tonne CO2 aus der Atmosphäre, etwa durch das Pflanzen von Bäumen. Es gilt wieder das Argument von oben: wenn ich mir Kompensationsmöglichkeiten erkaufe, um meinen persönlichen Ausstoß auszugleichen, erkaufe ich mir damit de facto Kompensationsmöglichkeiten, die wir nicht zum AUSGLEICH sondern zur REDUKTION brauchen. Außerdem braucht so ein Baum Zeit zum Wachsen, während weiter Polkappen schmelzen und Moore verbrennen und damit Unmengen CO2 freisetzen. Die Rechnungen, die entsprechende Angebote wie Primaklima anführen, um die Kosten pro kompensierter Tonne CO2 zu berechnen, dürften dabei höchst dubios sein.

    3. Schadenkosten. Ich schätze, wie viel die Tonne CO2 etwa durch Dürren und Überschwemmungen in Küstenregionen an Schaden verursacht. Das Umweltbundesamt macht sowas und kommt meines Wissens auf 100-150€ pro Tonne CO2. Dabei gehen sie davon aus, dass uns die nächste Generation realpolitisch recht egal ist: jedes Jahr entwerten wir den neuen Schaden um 1%. 100€ Schaden für meine Kinder berechnen sie also mit nur rund 65€. Wenn man diese Entwertung nicht macht, kommen sie auf Schadenkosten von meines Wissens rund 600€ aufwärts. Tipping points (etwa: Eritrea ist kaum noch bewohnbar, Millionen Menschen migrieren) sind in diesen Kosten nicht eingerechnet.

    Eine Mitarbeiterin des Umweltbundesamtes sagte mir, dass große Unternehmen in ihren Strategieszenarien mit Kosten pro Tonne CO2 (etwa durch eine CO2-Steuer) von MINDESTENS 50€ planen. Das passt nicht zu den unverantwortlichen 10€, die Herr Radermacher benennt und auch nicht zu den 15€, die Primaklima berechnen. Wenn es so einfach wäre, klimaneutral zu sein, würden sich ja die Unternehmen einfach “klimaneutral” bei Primaklima einkaufen können. Aber so Kompensationsprojekte haben ja auch Anreize, die Kompensation günstig zu rechnen. Den Urlaubsflug nach Mallorca kompensiert man halt lieber bei Primaklima für 10,20€ als bei climatefair für 99€.

    Ein plakatives Beispiel zu den 3 Konzepten zum Abschluss:
    Ein Freund wird mein Auto gegen die Wand fahren. Soll er mir a) so viel Geld zahlen, wie es kosten würde, doch nicht gegen die Wand zu fahren, b) die Bauteile für ein neues Auto zahlen und mich ein paar Jahrzente auf die Fertigstellung warten lassen oder c) mir den Schaden bezahlen, der am Auto entstanden ist?

    (Die richtige Antwort ist übrigens nicht: “Die Politik soll bitte dafür sorgen, dass mein Freund das Auto nicht gegen die Wand fährt.”)

    Ich fände es angemessen, insb. Stefan, wenn ihr dazu nochmal Stellung bezieht. Wenn jetzt ein Großteil eures Publikums denkt, dass sie einfach munter weiterverbrauchen können und mit 100€ im Jahr an Primaklima, atmosfair & co alles wieder gut ist, wäre das ziemlich traurig.

    Beste Grüße
    Lasse

  6. Zu Klima:
    Moment mal, wenn der deutsche Durchschnitt für 100€ seine Emissionen kompensieren kann, dann wären das ja 100×82.000.000=8.200.000.000.
    Für 8 Milliarden soll Deutschland Klimaneutral sein? Da stimmt doch was nicht.

  7. Was ist den mit dem Alex los? Er will den großen Bogen denken, ist aber nicht bereit (selbst) kleine Schritte zu gehen! Die echte Kompensation seines eigenen CO2 Ausstoßes ist genial. Würde das 1:1 von Industrie und privat umgesetzt werden, hätten wir kein Problem mit CO2. Klar können wir weiter drauf hoffen das sich etwas ändert – jemand anderes soll das lösen! -wird wohl nur nicht passieren. CO2 gehört eingepreist, eine echte Kompensation ist Pflicht, Nachhaltigkeit ist das langfristige Ziel und, dass Eine schließt das Andere nicht aus.

    Grüße

    PS: wohin muss meine Kohle für echte Kompensation?

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