A!313 – Zombie-Lachs

Freitag, 17. August 2018, 12:07 Uhr

Nur noch drei Studien die sich ums Klima kümmern und an Trump richten und das Wetter ist gerettet. Naja, zumindest ist dann die Schuldfrage geklärt und mit uns wird sie nichts zu tun haben. Die Berichterstattung über die Dürre ist und bleibt merkwürdig. Wir rufen heute zu einer eigenen Studie auf. Trump hat ohnehin andere Lieblingsthemen. Viel Militär hilft viel und vorm Militär kommt der Zoll, als politisches Straf-, Erziehungs- und Vergeltungsinstrument. Stefan bespricht es mit Daniel. Dann kommen Mathias’ kleines Space-Feuilleton und eure Audiokommentare.


Video bei Twitch

Wir danken unseren Produzenten Oliver, Maria, Lukas, Simon, Markus und allen unseren Unterstützern.

Der Aufwachen! Podcast endete mit Ausgabe 444. Ihr findet Stefan beim Fernsehpodcast und Tilo bei Jung & Naiv.

avatar Stefan
avatar Tilo
avatar Daniel
avatar Mathias
Musik

19 Gedanken zu „A!313 – Zombie-Lachs“

  1. Zu Stefans Zoll-Exkurs möchte ich anmerken, dass Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) und Verbrauchssteuern ebenfalls als eine Art Zoll fungieren können. Das hat Stefan nur angedeutet.
    Ein Beispiel: EU und USA schaffen alle Zölle ab. Dann werden trotzdem auf importierte Harley Davidson Motorräder in Dt. 19% Steuer fällig, während auf BMW-Motorräder in den USA im Schnitt nur 9% fällig werden. Ein weiteres Beispiel: Nehmen wir mal an, landwirtschaftliche Rohprodukte aus Afrika sind zollfrei. Für Kaffee (z.B. aus Äthiopien) gilt das nicht. Da ist in Dt. zusätzlich zur Umsatzsteuer noch eine Verbrauchssteuer auf Kaffee zu zahlen, die sogar nicht auf den Wert des Kaffees sondern nach Kilogramm erhoben wird, wie beim Schweiz-Beispiel von Stefan, wo Filme nach Filmlänge verzollt werden. Das betrifft zwar auch Kaffee aus anderen Erdteilen (z.B. Südamerika), entlarvt aber die Mär von 0% Zoll. Die Kaffeesteuer hat nur eine Funktion, die Staatsfinanzierung. Ansonsten führt sie nur zu Wohlstandsverlusten sowohl beim Produzenten als auch beim Konsumenten (loose-loose statt win-win).
    Weiterhin sind Zölle und die Umsatzsteuer oftmals sogenannte Flat-Taxes, die als ungerecht insbesondere für Niedrigeinkommen gelten. Die Verbrauchssteuer beim Kaffee ist noch ungerechter, denn sinkt der Preis des Kaffees, so steigt prozentual der Steueranteil.
    PS: Ich habe bis heute nicht richtig verstanden, warum die Menschen blindlings gegen TTIP/CETA auf die Straße gingen und auf Wohlstandsgewinne verzichten wollten, es sei denn, es handelte sich um plumpen Antiamerikanismus.

  2. Hi!

    Zum Thema Landwirtschaft eine kurze Anmerkung: In der DDR war Bewässerung als Möglichkeit zu Erntemaximierung, mit dem Ziel der maximalen Unabhängigkeit von Exporten, Standard. Wir sind, besonders in Mitteldeutschland, mit den besten Böden der Welt gesegnet (Magdeburger Börde). Melioration (Be- und Entwässerung) ist eine hochkomplexe Angelegenheit, für die wir die Expertise in diesem Land besitzen. Weit ab von “smarter” Tröpfchenbewässerung in der Wüste Kaliforniens und Desert Farming in Saudi Arabien (sehr gut in google maps aus dem Weltraum zu sehen als grüne Kreise mitten in der Wüste — gute Nacht, Grundwasserspiegel) könnten und sollten die nahezu perfekten (dementsprechend auch ökonomischeren und ökologischeren) Gegebenheiten zur Nahrungsmittelerzeugung über künstliche Bewässerung genutzt werden. Nur ist die Technik dazu in der Anschaffung ersteinmal teuer, kann aber dann durch viele Betriebe lange zur, zu Unrecht als ineffizient verurteilten, Beregnung der Felder genutzt werden. Das ist dann auch noch unabhängig von der verschwenderischen Futtermittelproduktion für die noch unökologischere Massentierhaltung für den billigleischhungrigen deutschen Konsumenten. Aber der nächste Aufschrei kommt bestimmt, wenn wieder irgendein Spinner den fleischfreien Freitag in deutschen Kantinen fordert.

    Cheerio!

  3. In dem Gespräch mit Daniel ging es um die Überproduktion von Stahl in China und die Frage ob Trump nicht Recht hätte wenn er die Importe mit höheren Tarifen belegt.

    Da drängt sich mir eine relativ logische, gerechte Lösung auf: Transport, und zwar egal von was, muss endlich global vernünftig besteuert werden. CO2-gerecht. Die etlichen Tausend Flugbewegungen und Containerschiffe sind eine “niedrig-hängende Frucht” für Einsparungen und wenn die Unternehmen / Staaten der Transport von Gütern endlich das kostet was es “für die Welt kostet” würden schonmal einige unsinnige Kapriolen des Kapitalismus wegfallen – zB das Rumkarren von Stahl in Gegenden die ihn selber herstellen können. Oder so Absurditäten wie die Tatsache das Nordseekrabben hier angelandet werden, in einen Container kommen, nach Nordafrika verschifft werden zum puhlen, um dann nach Rücktransport hier verpackt, etikettiert und ausgeliefert zu werden. Alles mit energiefressender Kühlkette. Oder die Verschiffung von Plastikmüll um daraus dann Granulat oder Textilien zu machen. 1 Euro-TShirts oder Socken bei kik. Gefügelmüllexporte nach Afrika.

    All dieser Blödsinn würde wegfallen, wenn er nicht mehr rentabel ist. Und das heimische Sourcen von gängigen Rohstoffen sowie der Umgang mit Abfall würde deutlich bewusster ablaufen und hierzulande Arbeitsplätze sichern / schaffen.

    Wenn man am Ende nur das Nötigste bewegt wäre schonmal viel getan…

  4. Guten Abend ihr Zwei,

    zum Thema Minus in der Windkraft kann ich vllt. etwas mehr Infos und Zusammenhänge beitragen… (hier sind nämlich nicht nur die Windkraft- und Stromtrassengegner schuld):

    Mister Altmaier haut übrigens nicht nur wegen Nordex so krass auf Werbetrommel, sondern weil u.a. ein niedersächsisches Unternehmen mit der Zentrale in Aurich und übrigens Marktführer in Deutschland (Google hilft bei der Herstellersuche der Name fängt mit E an 😉 ) massive Probleme hat und mittlerweile bei seinen Zulieferen (meistens Standorte in Deutschland) und Subunternehmern mal eben schnell knapp 830-840 Leute entlassen hat (2017/2018).

    Wir als ingenieurtechnische Dienstleister spüren das im Übrigen auch, weil wir zum Einen ganz krass diese “Entlassungswellen” auf den Baustellen (direkter Draht zu den Herstellern und den betroffenen Subunternehmern) bei den Subunternehmen mitbekommen (die übrigens zu den tollsten Zeitpunkten kommen: letztes Jahr kurz vor Weihnachten und dieses Jahr durften entliche Leute vor den Sommerurlaub/Sommerferien sich auf die Suche nach einem neuen Job begeben…) und auf der anderen Seite dürfen wir zu unseren Baustellen immer weiter reisen…(Österreich, Polen oder Schweden, um mal bei den näheren Projekten zu bleiben).

    Ein Hauptproblem für diese Krise ist, dass Windstrom, anders als Solarstrom (wobei das da auch langsam abwärts geht), keinen garantierten Strompreis hat… Die Preise für den produzierten Windstrom sind seit Jahren im Sinkflug, die Hersteller verdienen nicht mehr das Geld, wie z.B. vor 10 Jahren trotz gesteigerter Anlagenanzahl, zumindest in Deutschland…(betrifft hauptsächlich den Konzern aus Aurich der im internationalen Bereich echt kaum was vorzuweisen hat).

    Nix mit fehlenden Leitungen in Deutschland, das ist auch ein Problem, ABER zu den fehlenden Leitungen kommen noch die “Leistungsbudgets vom Staat” (so nenne ich das zumindest immer)… Damit ist die vom Staat ausgeschriebene elektrische Leistung durch Windenergie gemeint, dieses Budget wird ebenfalls seit Jahren immer mehr gesenkt. Deswegen spricht der Altmaier auch immer von “Sonderausschreibungen”…

    Also Zusammenfassung für die Windbranche in Deutschland:
    Kein garantierter Strompreis bzw. immer niedrigerere Strompreise pro MW aus Windenergie + immer kleiner werdendes “Leistungsbudget vom Staat” (Hersteller dürfen nicht mehr Anlagen bauen) = weniger Umsatz und damit halt schlecht für die Hersteller in Deutschland -> also werden die Investitionen in Deutschland runtergefahren; für Unternehmen die nur auf dem deutschen Markt eine Rolle spielen ist das wiederum blöd, ergo Verlust von Arbeitsplätzen durch “Umstrukturierungen”. 🙂

    Ich hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen bzw. mehr Infos beisteuern.

    Liebe Grüße
    Sven C.

  5. Noch mal Ken Jebsen. Eure Kritik war wirklich kontraproduktiv. Dabei haben eure Sendungen doch das gleiche Ziel – informieren, aufklären, Hintergründe beleuchten. Es ist doch umso besser, wenn linke Formate unterschiedliche Herangehensweisen haben und sich damit ergänzen. Wichtig ist, dass die Ziele die gleichen sind. Die Alternativen Medien müssen zusammenhalten sonst reibt sich der Mainstream die Hände (nach dem Motto: teile und herrsche). Also künftig ein bisschen mehr Tolerenz und die gemeinsame Richtung nicht aus den Augen verlieren.

  6. Moin – hier zwei technische Auffälligkeiten:

    * Esst weniger Bohnen, oder: Was hat es mit den F*rzgeräuschen auf sich? Höre nur ich das? Z.B. Beispiel hier bei 2:19:00: https://youtu.be/-QPM9BzUOuM?t=8335

    * Wenn ich auf’s Forum klicke, sehe ich zwar die Themen, kann aber nichts lesen, weil ich nicht die notwendigen Zugriffsrechte habe. Anmelden gibt’s nicht.

  7. Ah, registrieren. Da bin ich nicht draufgekommen, weil ich blöd bin;) Im Ernst: Habe nochmal debugged und festgestellt, dass die grünliche Menüleiste bei schmalen Browserfenstern am Desktop unsichtbar wird. Falls euch das interessiert.

    Find’ ich trotzdem doof, dass man nicht lurken kann.

  8. Guten Tag,
    zu dem Trump Teil: Ich denke schon das Trump ein Konzept hat – “Make America great again” – . Was er für “great” hält, vom Militär über Wirtschaft bis zu Werten des “alten” Amerika und wie man mit ihm auf dem Weg dahin verhandeln, zusammenarbeiten und debatieren kann gilt es weiter herauszufinden. Für einen guten Deal ist er wohl immer zu haben – dazu auch der kurze Kommentar über Trump von Junker, sinngemäß etwa: “Herr Trump ist ein sehr flexibler Mann”.
    Wie immer gute Denkanstöße, danke dafür, was die wirtschaftliche Situation der Türkei angeht empfehle ich den Artikel von H. Flassbeck auf “makroskop”

    Gruß Ernst

    Ernst

  9. Stefans Wertschätzung für Jebsen verstehe ich nicht. Jebsens Lügenquote pro Sprechminute ist höher als die von Trump. Mit solchen Methoden erlangter Erfolg verdient doch keinen Respekt.

  10. Ein Gedanke zu Dänemark und den Sozialleistungen. Ich habe mich über die Sachlage nicht ausführlich informiert, mir fiel dabei aber ein Argument ein, das ich in einem US-Podcast gehört habe (bin mir nicht sicher ob es Freakonomics war, aber ist auch nicht weiter wichig) .
    Die Quintessenz war: Man kann als Staat offene Grenzen haben – oder (!) ausgeprägte Sozialleistungen. Aber nicht beides gleichzeitig.
    Menschen handeln nach ihrem wirtschaftlichen Vorteil. Das ist kein Vorwurf, nur eine Feststellung. Bei der heutigen Verfügbarkeit von Informationen ist das Ergebnis dann abzusehen. Das ist auch eines der gesamteuropäischen Probleme der vergangenen Jahre. Solange es in Europa Freizügigkeit gibt (auch für Nichteuropäer), hat man die Empfänger von Transferleistungen dann da, wo diese am höchsten sind. Bis das ganze dann eskaliert – und da ist die Dänemark-Nummer dann noch eine harmlose Variante.

    Danke für euren Podcast (auch wenn ich meist nicht eurer Meinung bin, ist es immer erfrischend)
    Danke für die Podcast-Tipps, auf die ihr mich bringt, obwohl ich nicht weiss wann ich das alles hören soll 🙂
    Viele Grüße

  11. Hallo! Stefan erwähnt (und liest den Titel ab) eine Studie “Einfluß der Fernsehnachrichten über das Klima…” mit dem Untertitel “Wie konnte das Fernsehen das Publikumsbewußtsein so enorm schärfen und dennoch die politische Folgenlosigkeit der Thematisierung garantieren?” Gibt es die wirklich (und wenn ja wo?) oder hat Stefan sie erfunden als “das wär doch mal ein Thema, dem man nachgehen sollte!”?

Kommentare sind geschlossen.