A!246 – Schwarze Peter

Dienstag, 31. Oktober 2017, 16:25 Uhr

Ein neuer Bundestag tritt zusammen. Ein Fest der Demokratie, denkt man. Dann kommen die Nachrichten und zeigen Quatsch am laufenden Band. Wir machen uns also unsere eigenen Gedanken und hören die Schäuble-Rede im Outro komplett. Außerdem heute: Viel Krieg und Frieden, Fachkräftemangel, Eselsbrücken zur Entlastung der Vielen. Der übliche Politikkram eben. Stefan berichtet aber auch noch kurz vom “Subscribe”-Podcastertreffen. Die freie Szene traf sich beim Bayrischen Rundfunk, wurde gut bewirtet, hat aber den Weg zur guten Laune noch nicht gefunden.

Wir danken unseren Produzenten Lukas, Hans-Christian, Jan, Tillmann, Jörg, Angelika und unseren Unterstützern Daniel, Dustin, Marek, Julian, Christine, Bernhard, Alexander, Silke, Matthias, Johannes, Paul, Daniel, Julia, Moritz, Hans-Christian, Jonas, Björn, Nina, Felix, Cordula, Tobias, Yves, Stephan, Rui, Marcus, Lars-Christian, Daniel, Berta, Jörg, Ulrike, Peter, Gabriel, Ivon, Martin, Lars, Raphael, Bennett, Peter, Matthias, Sven, Bastian, Daniel, Florian, David, Sören, Timon, Ibrahim, Nathalie, Rolf, Dirk und Sarah, Frank, Thomas, Lisa, Daniel, Johannes, Susanne, Daniel, Christoph, Constantin, Robert, Robert, Frank, Stephan, Hannes, Alexander, Jakob, Oliver, Florian und Philipp.

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27 Gedanken zu „A!246 – Schwarze Peter“

  1. Ein paar Anmerkungen zum Thema Fachkräftemangel.
    (Sorry Stefan.)

    Der Fachkräftemangel existiert, hat aber verschiedene Facetten und ist nicht generalisierbar.
    Der Mangel an Fachkräften ist vor allem ein Problem im Bereich der Ausbildungsberufen, zusätzlich (es geht damit ein her) ist es sehr region- und branchenabhängig.
    A. Die meisten Akademiker können fast überall arbeiten und die Unternehmen welche auf Akademiker wie BWLer und Ingenieure
    angewiesen sind, müssen nicht überall vertreten sein. Abgesehen von Ärzten und Lehrer, welche wirklich in bestimmten Regionen Mangelware sind, gibt es im Grunde kaum ein Mangel an Fachkräften bei akademischen Berufen. Ein Klempner, Bäcker, Friseur, Busfahrer, Elektriker, Buchhalter, Erzieher, … braucht es in jeder Stadt. Facharbeiter braucht es wenigstens in jeder Region, da viele Firmen ortsverbunden sind. Ein Elektrotechniker aber kann in Berlin, München oder Prag arbeiten. Das tut nicht weh.
    B. Wir in Altenburg haben und hatten lange Zeit ein Problem mit Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit. Infolge dessen rannten uns die Leute weg. So auch ich.
    Infolge dessen wiederum fuhr die öffentliche Hand soweit wie notwendig die öffentlichen Infrastrukturen zurück. Das machte das Leben in ABG zusätzlich unattraktiv. Nun sind uns so viele Leute abgehauen, dass uns tatsächlich Leute fehlen, Arbeits- und Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.
    Gleichzeitig werden die Arbeitsbedingungen nicht attraktiver gemacht. Als Ingenieur im Altenburger Land überhaupt eine Anstellung zu finden, ist fast schon Glücksache. Dann aber bezieht man eher ein gutes Facharbeitergehalt, hat keine 30 Tage Urlaub wie andernorts üblich und hat feste Arbeitszeiten. (Das als Entwickler, der von zu Hause oder ab Mittags arbeiten könnte.)
    Dennoch: Die Leute, auch die Ings, fehlen tatsächlich.
    Kurz: Ja, ein Teil des Fachkräftemangels ist tatsächlich hausgemacht.
    (Es mag sein dass das eine Anekdote und kein Beleg ist. Dennoch sind geringe Gehälter und wenig Urlaub in ABG üblich. Viele bekommen nur deshalb den Mindestlohn, weil es diesen überhaupt gibt.)

    Gruß
    Fabian

  2. Zum Fachkräftemangel:

    In der Industrie werden Stellen, für die man sich früher noch in der Firma qualifizieren konnte, fast grundsätzlich nur mehr mit Studienabsolventen nachbesetzt.
    Viele Firmen lassen Techniker noch neben dem Job studieren und stellen diese dann nach Abschluss nicht mehr direkt ein, sondern nur mehr über Leiharbeitsfirmen.
    usw…

  3. Mal etwas Grundsätzliches zu Schulden/Sparen/Schwarze Null:

    Die Schulden und das Geldvermögen auf dieser Welt sind zu jedem Zeitpunkt genau gleich hoch. Das kommt daher, dass Geld erst durch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken entsteht. Wenn jemand einen Kredit von der Bank bewilligt bekommt, schöpft die Bank dieses Giralgeld aus dem Nichts. Sobald du es abhebst oder auf ein Konto einer fremden Bank überweist, muss die Bank den Kredit bei der Zentralbank refinanzieren. Die Geldschöpfung ist durch Eigenkapitalvorschriften usw. begrenzt. Wird der Kredit zurückgezahlt, erhält die Geschäftsbank das Geld zurück und zahlt ihren Kredit bei der Zentralbank zurück. Das Geld wird somit wieder vernichtet. (wer mir das nicht glaubt: Deutsche Bundesbank -> Service -> Schule und Bildung)

    Naja und da sieht man auch schon was für einen Irrtum Politik, die herrschende Ökonomie und die Gesellschaft aufliegen… Da Schulden und Geldvermögen zwei Seiten derselben Münze sind, kann man nicht die Schulden abbauen und das Geldvermögen steigern. Wenn alle Schuldner ihre Schulden beglichen haben, dann besitzt niemand auch nur einen Cent. Dann können wir wieder Tauschhandel betreiben. Wenn man das nachvollziehbarer Weise nicht möchte, muss irgendwer also immer Schulden machen. Das können die Unternehmen, die privaten Haushalte, der Staat oder das Ausland sein. In Deutschland sparen die privaten Haushalte, die Unternehmen und der Staat unterm Strich alle drei (es geht um die Neuverschuldung). Das ist historisch einmalig und völlig bescheuert. Das Ausland macht also die Schulden für Deutschland. Nachdem das Geld (über Geschäftsbanken, Pensionsfonds, Versicherungen usw.) aus Deutschland abfließt, kaufen sich die Schuldner damit unter anderem deutsche Exportgüter. Ein geniales Geschäftskonzept: Geld und Ware verlassen das Land – wo es doch auch genügend Bedarf in Deutschland dafür gibt – und im Ausland hockt man Arbeitslos rum, da man mit deutschen Waren überflutet wird. Das feiern wir dann als „Exportweltmeister“.

    PS: Auf jedem Dollar steht „This note is legal tender for all DEPTS, public and private” – da kann man ja mal drüber sinnieren 😉

  4. Zum Thema MwSt-Senkung vs. Soli-Abschaffung

    Hi Stefan,
    beim Thema wie entlastet der Staat die Bürger richtig hast du meiner Ansicht nach einen wichtigen Aspekt nicht bedacht.
    – Natürlich hast du recht das von einer Umsatzsteuerabsenkung der Geringverdiener theoretisch überproportional profitieren könnte. Aber das Problem hierbei ist, dass der Staat keinen direkten Einfluss auf die Preise im Handel hat und es deshalb überhaupt nicht gesichert werden kann, dass die vermeintliche Steuersenkungen auch tatsächlich bei den Verbrauchern ankommen. Die Produzenten und der Handel könnten diese Steuersenkung auch nutzen, um evtl. gestiegene Preise in der Lieferkette zu kompensieren oder aber auch nur um ihre Gewinnmargen zu erhöhen. Im ungünstigsten Fall verpufft die Steuersenkung vollständig und dem Staat fehlen mehrere Milliarden in der Kasse.

    – Bei der Soli Abschaffung wäre es im Gegenzug eine direkte Entlastung die bei jedem der ein steuerbares Einkommen hat erst einmal auch ankommt. Natürlich profitiert hier in Summe der Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 10.000 € mehr als jemand mit 1.000 €, wie in dem bei euch gespielten Beispiel von 171€ vs 10€ gezeigt. In Relation zum eigentlichen Einkommen können für den Geringverdiener aber trotzdem seine 10€ weniger Solibeitrag mehr Lebensqualität bedeuten als für jemanden mit ca. 6400€ netto die 171€.

  5. Lieber Tilo, lieber Stefan,
    vor ein paar Wochen bin ich auf den Aufwachen-Podcast gestoßen und finde ihn großartig!

    Zur letzten Sendung (246) möchte ich zwei Anmerkungen machen:

    1.
    Zum Beitrag „Wohnen“, wo es um den Wohnblock in Dortmund ging, der geräumt werden musste und Stefan’s „genialer“ Idee, die Mietzahlungen einzustellen, bzw. sie in einen Fond umzuleiten, der für die Sanierung des Gebäudes vorzusehen sei:

    Mietzahlungen werden ja u. a. dafür getätigt, dass die Wohnung vom Vermieter in einem mängelfreien Zustand gehalten wird. Weist das Gebäude und damit die Wohnung derartige Mängel auf, dass die Mieter evakuiert werden müssen, ist das ein Hinweis darauf, dass der Vermieter seinen aus dem Vertrag entstandenen Pflichten nicht nachkommt und die Mieter damit das Recht auf eine Mietminderung geltend machen können, die in diesem Falle wohl 100% betragen müsste.

    Warum und wofür, lieber Stefan, sollten jetzt die Mieter überhaupt noch etwas zahlen – in einen Fond oder sonst was? Die Sanierung ist doch Sache des Vermieters! Und die Mieter brauchen das Geld ja für eine andere Bleibe; und sie müssten außerdem Anspruch auf sowas wie eine Entschädigung haben. Oder was habe ich an deinem Vorschlag nicht verstanden?

    2.
    Zum Herrn Fratzscher:
    Es ist ja schon erstaunlich, dass sich in der etablierten Ökonomen-Zunft Deutschlands überhaupt jemand des Themas Ungleichheit annimmt. Dass der angesichts dessen dann schon gleichsam als Lichtgestalt wahrgenommen wird, ist dann fast schon wieder verständlich. Aber das hat so seine Tücken, denn nicht von ungefähr wird Fratzscher mit Hüter hier von der INSM eingeladen. Es soll wohl der Eindruck einer lebhaften wissenschaftlichen Kontroverse vermittelt werden von Leuten, die sich doch in den wesentlichen Punkten bezüglich der herrschenden ökonomischen Lehre einig sind. Wenn ihr euerm geneigten Publikum Alternativen dazu nahe bringen wollt, halte ich Fratzscher für völlig ungeeignet.
    Stattdessen haltet euch doch lieber z.B. an Heiner Flassbeck (könnte ich mir gut in einem Interview bei „Jung und Naiv“ vorstellen).

    Ansonsten: Alles Gute und macht weiter so!

    Beste Grüße,

    Christian

  6. Hey, vielleicht ist es schon ein alter Hut… aber in den letzten Sendungen, die ich gehört habe tauchte immer wieder die Frage auf, wieviel sich die EU den Erhalt arischer Reinheit und das Foltern und Verrecken von Armen kosten lässt. Nun, laut ARTE-Info sind seit Ende Juli an die libysche Küstenwache und den Grenzschutz 46 Mio Euro geflossen. (ARTE-Journal vom 1.11.17 ca. Minute 11)
    Gruß, Nora

  7. Fachkräftemangel und Migration

    “10.000 Euro für Spezialisten gibt es gar nicht so selten. ”

    Sagt einer aus der Bankenstadt Frankfurt und ehemals von der FAZ. Kannst du da mal eine Zahl nennen? Meiner Meinung nach ist das ein Luxusproblem, das promotet wird von eben der INSM.

    “Na geh doch mal nach drüben!” würde ich antworten 😉 Nee, ernsthaft. Die Ossis kriegen doch immer noch nicht denselben Lohn und ich habe schon selbst die Ruinen, verlassenen Vorstädte und Dörfer gesehen. Die haben ganz andere Probleme.

    Dann das ganze Gehupe von wegen die armen Mittelständler, die keine Fachkräfte bekommen. Natürlich kenne ich auch viele Arbeitgeber, die so rumjammern und die Steuern sind zu hoch und sie verdienen zu wenig und und und

    Diese supertollen Mittelständler sind nicht die Mehrheit, sondern eine kleine Minderheit, vorallem diese 500 heimlichen Weltmeister + noch ein paar Zerquetschte. Mittelständler ist da auch ein irreführendes Wort. Das sind halt keine Megakonzerne, aber durchaus große internationale Unternehmen mit ein paar hundert oder tausend Mitarbeitern. Die allermeisten Unternehmen in Deutschland sind keine Weltmeister oder Superspezialisten. Die kommen gerade so über die Runden oder auch nicht. Das weiß eigentlich jeder. Das sollte eigentlich so klar sein, wenn man nur mal auf die Durchschnittseinkommen schaut.

    Dann das mit den Migranten, bzw. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Das wird doch der nächste Schuss ins Knie. Übrigens die nächste Auflage des bescheuerten “Kinder statt Inder”-Streits. Natürlich brauchen wir in der Breite Einwanderung um die Schrumpfung der Bevölkerung wettzumachen und ihr weist, immer zum Ärger der ganzen Braunen, auf Menschenrechte für Migranten hin. Einer der Gründe, warum ich euch Beide mag.

    Aber darum geht es doch unseren ach so geplagten Arbeitgebern gar nicht. Es geht diesen Typen, die den 120.000 Euro-Spezialisten wollen, darum dass sie nicht dessen Ausbildung zahlen wollen, sondern sie wollen es so machen wie in USA, dass man aus der ganzen Welt die besten Köpfe abwirbt und dann noch Lohndumping betreibt. Dann kann man zu Hause die Schulen und Unis dichtmachen oder privatisieren. Das ist der letzte Schritt der Neoliberalisierung. In USA werden dann für die, die durch das Netz fallen, mehr Gefängnisse gebaut, wo wiederum Sklavenarbeit erlaubt ist. Das Problem gibt es übrigens auch in Deutschland, nicht so krass natürlich.

    Ich finde auch etwas überzogen einen Erzieher für den Kindergarten mit einem Volontär bei der FAZ zu vergleichen. Das war ein vollwertiger Erzieher, nicht Praktikant? Die Kindergärtner müssen davon irgendwann vielleicht eine Familie ernähren, bzw. müssten ihr ganzes Berufsleben von ihrem Gehalt leben. Wohingegen Volontäre eigentlich immer sehr jung sind und sich mal eine Weile ausbeuten lassen können, mal abgesehen davon, dass es auch Bände spricht, dass das Bankerblatt FAZ ihren Volontären so wenig Geld bezahlt? Ist das tarifgebunden?

    Richtig toll wird es noch, wenn man sich dazu Heiner Flassbeck anhört, sprich Makroökonomie dazunimmt. Diese ganze individuelle Profitmaximiererei landet letztlich natürlich bei wenigen Kapitalisten, den großen share holdern, die das Geld dann horten, wohingegen eben eine große Menge an Arbeitnehmern das race to bottom mitmacht und sich immer weniger Krümmel teilen. Das kann man nur mit Politik ändern und zwar mit Politik, die gewillt ist Löhne und Sozialleistungen zu erhöhen und nicht immer mehr Menschen auf das Abstellgleis schiebt. Aber das ist natürlich Teufelszeug bei der FAZ und leider ist davon noch etwas bei Stefan drin, ist mein Eindruck.

    Dieses ganze Gerede von wegen Roboterisierung und Migrant nimmt dein Job weg, ist doch auch nur möglich, weil das System so ausgelegt ist und immer schlimmer wird bis es eben gegen die Wand fährt, weil es zu viele werden, die durch das Netz durchfallen. Niemand ist gewillt die Verlierer fair zu behandeln und dadurch werden wir letztlich alle zu Verlierern. Wenn ich mir Deutschland und USA anschaue, so viel kaputte Menschen, die schon so lange in Armut leben und immer mehr Obdachlosigkeit, so viele Detroits.

  8. g.s. schrieb:

    “Zum Fachkräftemangel:

    In der Industrie werden Stellen, für die man sich früher noch in der Firma qualifizieren konnte, fast grundsätzlich nur mehr mit Studienabsolventen nachbesetzt.
    Viele Firmen lassen Techniker noch neben dem Job studieren und stellen diese dann nach Abschluss nicht mehr direkt ein, sondern nur mehr über Leiharbeitsfirmen.
    usw…”

    Könntet ihr bei aufwachen oder vielleicht Tilo ein Interview mit einem Experten für Arbeitsrecht und Zeit/Leiharbeit machen?

    Ich war nach meiner letzten Jobsuche Anfang des Jahres schockiert wie sehr Leiharbeit heute gang und gäbe ist. Ich hatte länger das Glück nicht auf dem Arbeitsmarkt suchen zu müssen. Ich bin etwas älter, Akademiker, aber wollte einen Nebenjob für 450,- Euro. Praktisch alles, was ich an Anzeigen fand auf verschiedenen jobportalen, waren Zeit- oder Leiharbeitsfirmen, also Sub-Sub-Subunternehmer. Ich bekam Absagen, wo offensichtlich war, dass sie mich nicht wollten, weil die Stellenanzeige noch Wochen oder Monate später geschaltet war. Auf wiederholte Bewerbung bekam ich nur verblümt als Antwort, wenn überhaupt, dass ich das lassen sollte. Am Ende blieben nur Jobs, wo ich wegen schlechter Arbeitsbedinungen weit weniger als 450,- Euro oder Mindestlohn bekommen hätte. Alles Jobs, die ganz offensichtlich nicht ganz koscher waren. Die Bewerbungsunterlagen waren ok, denn ich hatte mir von einem Profi helfen lassen, der darüber auch Bücher schreibt.

    Mittlerweile habe ich es aufgegeben und versuche als Selbstständiger etwas dazu zu verdienen.

    Wart ihr das, die auch auf die Postdoku aufmerksam machten?

    https://www.youtube.com/watch?v=AmRkuZXj9Q0

    und gerade während der Suche gefunden:

    https://www.youtube.com/watch?v=AwgChC5ZGP0

    Das sind noch die Glücklichen, wenn sie bei der DHL und nicht bei den Subunternehmern arbeiten. Die Angestellten der Subunternehmer sind eigentlich immer Ausländer, auch aller anderen Dienste als DHL. Solche Sachen können sie natürlich mit mir nicht machen. Ich würde mich wehren. Obwohl sie das eigentlich nicht wissen könnten, ob ich das tue oder schon verzweifelt genug bin so einen Job anzunehmen, gehen sie aber von vornerein wohl davon aus, dass ich Probleme machen könnte. Anders kann ich mir das nicht erklären.

    Im Klartext würde das heißen, dass Deutsche diskriminiert werden bei der Jobsuche, gerade bei 450,- Jobs, weil Deutsche zu viele Arbeitsrechte haben. Mir fiel auch auf, dass die meisten 450,- Euro Jobs offensichtlich für Frauen sind.

  9. Ich fahr keine Autorennen (mehr) und besitzte demnächst einen Elektroroller , der fährt max. 45 kmh, da ist nix mit Rennen mehr möglich und unser zweites Auto wird auch gg. mind Plug In Hybrid Dings getauscht.

    Aber Ihr habt mich so dermaßen erwischt mit der Namensnennung, dass ich mein Vodka verschüttet habe :-(,
    # sad
    Ich bin so eine Krass gesuchte Fachkraft, dass ich mittlerweile zehn Jahre in der gleichen Firma arbeite und von meinen 500 € (brutto) Jubiläumsgeld zur 250 ten gibts wieder ne kleine Spende und zum Jahresende wird das SW TOR Abo gekündigt und ihr könnt was von der Knete haben.

    Aber Hauptsache ich muss mir nie so ein Spruch ” ja der Spiegel ist ein Sturmgeschütz der Demokratie” anhören…

    Grüsse Maik

  10. Wer die Schuldenbremse gut findet, sollte die Frage beantworten, wer denn eigentlich überhaupt noch Schulden machen soll, wenn der Staat, die Unternehmen und die Privathaushalte alle Nettosparer sind (wie das aktuell in Deutschland der Fall ist)?

  11. Geld, Geld, wir lösen’s mit mehr Geld!

    Der finanzielle Überschuss des Staates ist ein Aggregat (alles zusammengerechnet in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung), das in der Vergangenheit (!) so aufgetaucht ist.
    Der Überschuss kann deshalb leider nicht mehr zweckgebunden ausgegeben werden. Die betrachtete Periode ist vorbei und was laut Zahlen hätte getan werden können, wurde nicht getan.

    Geld ist für den Staat immer nur potenziell da. Es erscheint erst dann, wenn es ausgegeben wird für Gehälter, Gewinne, Rohstoffe und Sachen. Deshalb sind konkrete (Haushalts-)Pläne das Beste was man jetzt tun kann, denn in der folgenden Periode ist es dem Staat selbstverständlich wieder möglich, in zufriedenstellendem Maße Investitionen zu tätigen (Schulen und Straßen reparieren) oder zu konsumieren (z.B. Lehrer und Richter bezahlen) und mit seinem Defizit Wachstum zu befördern. Wenn die Bedingungen es noch zulassen.*
    Der Überschuss zeigt dagegen an, dass weniger Geld vom Staat ausgegeben, als durch Steuern vernichtet wurde. Dass also netto dem Geldkreislauf durch die staatlichen Aktivitäten Zahlungsmittel entzogen wurden. Entgegen des Wachstumsauftrages hat der deutsche Staat damit zur Schrumpfung des deutschen BIPs (sogar: Welt-BIPs) und zur Verringerung des Vermögens beigetragen. Wenn das alle mache’ würden wie Herr Schäuble, ginge es für alle auf die schiefe Bahn.
    Us, the people! aber werden durch staatliche Überschüsse individuelle Kaufkraft, gemeinsamer Wohlstand und sichere Arbeitschancen entzogen. Zum Schaden der jetzigen und nachfolgenden Generationen.
    Aber geschätzte 4,49 von sechs kultivierten Parteien im Parlament sind gegen das staatliche und europaweite Überschussverbot!

    * Das passiert, wenn jahrelang die Radikalen aus der Mitte an der Macht waren:
    http://m.tagesspiegel.de/berlin/brandbrief-aus-dem-berliner-landgericht-wir-sind-am-ende-wir-koennen-nicht-mehr/20482300.html
    Heute hat mich ein informationtechnisch erstelltes Schreiben vom Berliner Landgericht erreicht, dass ich zum Verhandlungstermin in zwei Wochen, der aus Gründen der Prozessleitung aufgehoben werden muss, nicht erscheinen zu brauche.
    Vielleicht weil die nötigen Fachkräfte lieber in Abmahnkanzleien arbeiten…

    Schöne Grüße
    Jan

  12. Zu 1:02:00 ungefähr. Was das Thema Gelder direkt verplanen angeht kann ich folgendes zu sagen.
    Investiert man ruckartig also Plözlich auf einen schlag viel z.b. ins Schienennetz führt dies zu Unfällen. Für mich stellte es sich so dar das sie so 2013 Gelder größtenteils aufgrund von dem ideologischen schwarze null Gedanken zurückgehalten haben und dann als diese nicht mehr so wichtig war ruckartig jede menge gelder auf einen schlag “verplant” also an vielen orten zur selben zeit gebaaut haben. Die folgen von baustellen am schienennetzt sind einschränkungen in der wenn es keine Baustellen gäbe nahezu Idiotensicheren Signaltechnik. (zumindest wenn die Personen an den Signalen nicht gerade am handy spielen und damit deren konzentration mindestens um den Faktor 10 senkt.) Ob man soviel investieren kann ist eher fraglich aber durch die schuldenbremse und co fehlen jetzt nicht nur die leute um vernünftig zu bauen sondern die sicherheit leidet ebenfalls darunter.

  13. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal den kurzen Kommentar von Stefan am Anfang der Folge hervorheben, dass man nach dem Studium die Diskussionen am meisten vermissen wird. Dem stimme ich absolut zu. Damit sind (zumindest bei mir) sowohl Diskussionen, fachspezifischen Streitgespräche und ausdauernde Debatten gemeint, die im Rahmen von Veranstaltungen wie Seminaren stattfinden, als auch die intensiven Unterhaltungen, die im Anschluss an den Input in der Mensa, dem Wohnzimmer oder auf facebook weitergeführt werden.
    Wollte daher Stefans Aufruf, diese Zeit für das Diskutieren zu nutzen, noch einmal unterstreichen…

  14. Noch zu Podcast-Empfehlungen:
    Der Podcast “Die Medienwoche” von Meedia-Chefredakteur Stefan Winterbauer und Welt-Journalist Christian Meier. Ist zu gut für so wenige Abonnenten

  15. Ein Kommentar aus meiner Sicht als Pflegekraft auf den Fachkräftemangel in der Pflege und den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege (Auszubildender bei Merkel und Krankenpfleger aus Aufwachen 246):

    Wenn man den Gesetzen von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt glauben mag, dann müssten bei einem Mangel an Pflegekräften sich die Bedingungen verbessern, zu denen man Pflegekräfte sucht bzw. versucht diese im Beruf zu halten.
    Möglichkeiten wären: eine überproportionale jährliche Lohnsteigerung (zb. für erfahrene Arbeitskräfte), ordentliche Schichtzulagen, Sonderleistungen, sichere unbefristete Verträge, Mehr Angebote an Fort- und Weiterbildungen, Sonderleistungen, Entlastung von fachfremden Tätigkeiten etc.

    Nur sieht es in der Realität eben oft nicht so aus. Schon als “relativ gutbezahlte” Krankenschwester ist von überproportional nichts zu spüren – etwas entfernt der großen Stadt und in der Altenpflege sinken die Löhne dann rapide ab. Fort und Weiterbildungen will man den Mitarbeitern auch nicht so gerne zahlen (noch heute ist es in vielen Krankenhäusern üblich, dass Mitarbeiter Weiterqualifikationsmaßnahmen zum großen Teil selbst zahlen, und des öfteren so, dass Weiterqualifikationen dann nicht besser vergütet werden – obwohl das Krankenhaus diese Fachkräfte vorweisen muss.) Befristete Verträge sind auch sehr häufig, zt. muss man regelrecht um Weiterbeschäftigung bitten. Die meisten Stationen in den Krankenhäusern haben schlechte Personalschlüssel die an gefährliche Pflege grenzen, ein Stück mehr vom Bedarf decken, da stellen sich die Geschäftsführer oft quer. Und was die Entlastung von fachfremden Tätigkeiten betrifft, so sieht es oft auch nicht gut aus. Z.t. versuchen die Arbeitgeber auch langfristig fehlende Mitarbeiter über Zeitarbeit abzudecken, obwohl es häufig wesentlich teurer ist, als eigene Mitarbeiter zu rekrutieren.
    -> All das spricht eher wenig für einen echten Fachkräftemangel in der Pflege.
    Auf einen anderem Blatt steht zB. dass zu wenig ausgebildet wird in der Pflege und verwandten Berufen (zb. MTA, Physiotherapeuten, etc) und dass viele Pflegekräfte nach einigen Jahren ihren Beruf aufgeben (müssen) weil die Bedingungen eben nicht stimmen und kein Interesse daran besteht Fachkräfte zu motivieren in ihrem Job zu bleiben.

    Stefans Kommentar zum Krankenpfleger in A246 im Vergleich zum Auszubildenden ggü. Merkel, dass ihre Forderungen etwas völlig anderes wären so wie sie es formulieren mag zwar auf den Blick auch so stimmen. Ich würde es auch besser finden, wenn alle Krankenpflegekräfte ihre Bedürfnisse so formulieren könnten, wie der Krankenpfleger in A246. Aber, wenn man lang in der Krankenpflege tätig war, weiss man, dass die Forderungen nach Verbesserung der eigenen Situation oft ungehört verhallen. Am besten funktioniert das immer noch, wenn man in Bereichen arbeitet, die man auch durch einen Streik gut lahmlegen kann (bsp. Psychiatrie, Ambulanzen, OP-Personal, etc) – für die Mehrzahl der Pflegekräfte funktioniert dass nicht, weil die Personalbesetzung der Station bereits schon auf dem Level einer Notversorgung liegt – dort verpufft das deutlich schneller. (Individuelle Strategien frei nach dem Motto “Ich such mir ne neue Stelle” sind dann eher üblich) Man lernt in der Pflege auch recht schnell (wie der Krankenpflegeazubi), dass über Beschwerden von Patienten, Angehörigen, schlechte Presse, drohende juristischen Ärger häufig mehr erreicht werden kann als über direkte Forderungen. Oder anders ausgedrückt der Geschäftsführer, der fürchtet dass er wegen Organisationsverschulden im Gefängnis landet, denkt vielleicht etwas eher darüber nach, ob das Personal auch wirklich ausreicht.

  16. Eine Anmerkung zur Räumung des Hauses in Dortmund:
    Wenn ich meine Wohnung nicht mehr nutzen kann, kann ich doch automatisch die Miete zu 100% mindern. Außerdem schätze ich, dass der Vermieter Schadenersatz leisten muss, wenn ich ins Hotel ziehen muss.

  17. Schaut euch mal genauer die Nürnberger Studie zum Familiennachzug an! Kann nicht plausibel nachvollziehen wie man bei 400T Flüchtlingen mit Recht auf Familiennachzug nur auf 120T neuen Nachzüglern kommen soll!? Wenn nur jeder von denen seine Frau herholt sind wie schon bei 400T weiteren Nachzüglern. Kinder sind da noch gar nicht mit eingerechnet. Kritik an euch: ihr nehmt die Studie der Nürnberger einfach unkritisch und unplausibilisiert hin und tut höhere Schätzungen als Angstmacherei einfach ab.

    1. Vielleicht guckst du einfach selber mal in die Studie und liest nach, wie viele der Anspruchberechtigten (a) überhaupt Angehörige haben, die (b) noch nicht hier sind.

  18. Leider wieder zu spät, aber aufgrund meines anderen Kommentars zu dem Thema fühle ich mich angesprochen.

    2500 Euro brutto Schnittgehalt für Erzieher, bzw. 2250 im Osten und jeweils ca. 10-20 Prozent weniger bei Einstieg als gutes Geld zu bezeichnen, finde ich frech. Dazu die oft erzwungene Teilzeit, entsprechende Artikel gibt es doch wie Sand am Meer. Es gibt Erzieher die mehr verdienen – auch bei Einstieg, z. B. weil sie irgendwelche relevanten Berufs- oder Ausbildungsjahre wegen einer Umschulung (z. B. von Ostkrankenschwester) angerechnet bekommen haben. Aber das Gehalt ist sicher kein Anreiz in diesen Beruf zu gehen, vor allem was das Aufstiegs-Maximum betrifft, die 3 am Anfang des Gehaltes kann man mit diesen Stellen überhaupt nicht erreichen ohne auf Leitung zu wechseln.

    https://www.erzieherin-ausbildung.de/content/gehalt-verdienst-erzieherin

    Ich finde es auch relativ unfair, die Hörer als die zu bezeichnen, die mal auf den Boden kommen sollten, wenn du mit nichts weiter als einem Fall argumentieren kannst und da noch nicht mal mit einer Summe. Da kann Tilo ja auch schlecht antworten. Gleiches gilt für die 10.000er Jobs.

    1. Ja, 2500 wären frech. Aber das ist nicht der Betrag, um den es hier konkret geht. Keine Ahnung, was ein “Schnittgehalt” sein soll.

  19. Hallo 🙂

    nur ein kurzer Kommentar zum Thema Schule:
    Wir haben recht großes Glück gleich 3 Privat Schulen in der Näheren Umgebung zu haben um aus deren Konzepten wählen zu können. Auch spielt uns der demographische Wandel sehr gut zu – die Anzahl der Bewerber auf die begrenze Anzahl der Plätze ist deutlich gesunken 🙂 somit sehe ich unsere Chancen auf eine gute Schule gar nicht so schlecht.
    Aber (ein aber finde ich gerade hier sehr wichtig) sollten wir nicht einen Platz in den Privaten Schulen oder der öffentlichen Ganztagsschule bekommen (welche alle einen nicht unerheblichen Beitrag verlangen) sieht es sehr schlecht aus.
    Vielleicht jammere ich auch nur auf hohem Niveau. Immerhin hat unsere Spengelschule kleine Klassen und sieht auch ansonsten nach einer ganz brauchbaren Grundschule aus. Ich vermute das man dort keinen Schimmel finden wird und eine eigene nutzbare Turnhalle ist auch mit dabei.
    Dafür aber nur eine Mittagsbetreuung bis 15:00 Uhr. Ich weiß nicht ob das “normal” ist oder schon gut?! Ich bin doch sehr gerne sowohl Mutter wie auch Entwicklerin und das ich im kommenden Jahr durch die Einschulung gezwungen werde meine Stunden zu reduzieren finde ich total untragbar und bin entsetzt das wir in diesem Punkt noch immer so rückständig sind. (sollte es die öffentliche Schule werden.)

    Liebes Grüße

  20. (Mit Schnittgehalt war natürlich Durchschnittsgehalt gemeint und darauf sollte man sich beziehen, wenn man über Gehälter redet – die Leitung einer Kita ist ja nun nicht gerade die Standardaufgabe für Erzieher oder eine mögliche Laufbahn für zehntausende)

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