A!202 – Erna Kasupke

Dienstag, 9. Mai 2017, 14:03 Uhr

Geben wir das Wort heute Sigmar Gabriel, unserem Außenminister und wünschen wir uns einen ehrlichen, echten, europäischen Wahlkampf im Sinne seiner Forderung: “Wir Deutschen sind jetzt gefordert, Emmanuel Macron zu unterstützen. Wer Reformen anpackt, darf nicht zeitgleich zu einem strikten Sparkurs gezwungen werden. Denn das macht Investitionen in Wachstum unmöglich und produziert nicht mehr, sondern weniger Arbeitsplätze. Deshalb muss die Zeit der finanzpolitischen Orthodoxien und des erhobenen Zeigefingers endlich vorbei sein.

Wir sind die stärkste Volkswirtschaft Europas. Wir profitieren als Export-Europa- und Weltmeister am meisten vom europäischen Binnenmarkt. Es war Frankreich, das uns diesen Weg geebnet hat. Ohne mutige Männer wie den Franzosen Robert Schuman wäre Deutschland nach seinen schrecklichen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg nicht an den Tisch der zivilisierten Völker Europas eingeladen worden. Wir haben Frankreich mindestens so sehr zu danken wie dem Marshall-Plan der USA.

Deshalb müssen wir jetzt unsere finanzpolitische Orthodoxie aufgeben. Wir sollten als Deutsche jetzt gemeinsam mit den Franzosen an einem deutsch-französischen Investitionsfonds arbeiten. Deutschland muss jetzt gemeinsam mit Frankreich Verantwortung übernehmen. Es ist in unserem politischen, aber auch in unserem wirtschaftlichen Interesse, Frankreich diese Unterstützung zu geben. Helmut Schmidt und Helmut Kohl haben das gewusst. Wir sollten genauso klug handeln.” – Quelle

Wir danken unseren Produzenten Rasmus und seiner Hörgemeinschaft aus Bremen und Karlsruhe, Roman, Nina, Matthias und unseren Unterstützern Jannis, Konrad, Can, Benjamin, Ricardo, Sean, Bernhard, Hans, Yvonne, Martin, Peter, Ivon, Peter, Sebastian, Michael, Felix, Steffen, Roman, Christoph, Markus, Nils, Erik, Kristina, Igor, Antonio, Stephan, Ralph und Jürgen.

Der Aufwachen! Podcast endete mit Ausgabe 444. Ihr findet Stefan beim Fernsehpodcast und Tilo bei Jung & Naiv.

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Stefan
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Tilo

18 Gedanken zu „A!202 – Erna Kasupke“

  1. Tilo, nicht mal wir hier im Norden wissen was über Daniel Günther, der Mann ist einfach aus dem nichts aufgetaucht und hat sich und die Partei in einem fast Programm losen Wahlkampf geführt, der nur gegen die derzeitige Regierung gerichtet war.

    Beispiel: “Wirtschaft geht nicht mit Links“

  2. Mich erstaunt, dass nie berichtet wurde, dass ganze 11% der französischen Wähler ihre Stimme bewusst ungültig gemacht haben.

  3. Zu den Merkel & Schulz Fragen:
    Ist euch aufgefallen, dass es “Ansichten der CDU Wähler über Angela Merkel” und “Ansichten über Martin Schulz” hieß?
    Also einmal die Wähler der CDU und bei Schulz alle? Deren Ernst?

  4. Hallo Tilo, hallo Stefan,
    zu den Umfragen (ca min 40) ist mir speziell aufgefallen, dass man bei Merkel nur die Umfrageergebnisse von CDU Wählern genommen hat- hingegen bei Schulz und Kubicki die aller Wähler.
    Für mich eine subtile Verschönebornung der Zahlen zugunsten Merkel.
    LG

    Martin

    keep on running (Horserace, horserace… yeah )

  5. Die einzige Möglichkeit die Eurozone und damit das europäische Projekt zu retten, wenngleich total unrealistisch, ist der Ausschluss Deutschlands aus eben dieser. Vielleicht sogar der Ausschluss aus der EU. Der Wert des Euro im Vergleich zu anderen Währungen ist ein Abbild der gesamten Wirtschaftsleistung der Euro-Zonen-Länder. Die schlecht laufenden Volkswirtschaften der anderen Länder sind somit ein Garant für die brummende deutsche Exportwirtschaft. Ein Ausschluss Deutschlands würde zu einer starken Abwertung des Euro führen und gleichzeitig einer Aufwertung der neuen “DM”. Für mich die einzige Möglichkeit die Schieflage der Handelsbilanzen irgendwie zu normalisieren. Die anderen unterzuckerten EU-Volkswirtschaften könnten sich vielleicht erholen, und die deutsche Exportwirtschaft würde zurechtgestutzt. Kurzfristiger Nebeneffekt wäre wohl auch, das die Deutschen “mehr” Geld in der Tasche hätten, um zu konsumieren. Mittelfristig wäre der Zusammenbruch der Exportwirtschaft wohl eine Katastrophe für die deutsche Volkswirtschaft. Aber zumindest wäre es eine Befreiung der anderen Euro-Zonen-Länder aus dem deutschen Würgegriff.

    Historiker werden in Zukunft wohl den archimedischen Punkt bei der deutschen Wiedervereinigung setzen. Diese war wohl der Anfang vom Ende der europäischen Einigung, da sie das politische und ökonomische Gleichgewicht entscheidend gestört hat. Mitterrand war mit seinen Vorbehalten gegen die deutsche Einigung wohl prophetisch. Zu schade, dass er sich nicht durchsetzen konnte. Das Ausscheiden Grossbritaniens, Rauchzeichen und zugleich Öl im Feuer des EU-Zusammenbruchs, zementiert die deutsche Hegemonie in der EU.

    Den Blick des deutschen Journalismus durch die deutsche Brille auf die EU kann man mittlerweile nur noch als Vandalismus bezeichnen. Er hat wirklich seine Qualität gezeigt, beim EU-gegen-die-Wand-fahren.

    PS Gegenfrage: “Fährt der ARD-Zug noch?” — made my day.

  6. Zu: Cyber-Cyber – Maaßen, all talk no action
    Was bekommen wir eigentlich für den Verkauf unserer Freiheit?
    Die Terroristen haben es geschafft, das wir unsere Freiheit verkaufen, beständig. Jede neue Befugnis der Behörden, ist der Sieg in Raten für die Terroristen. Jede neue Überwachung, jede Datenspeicherung, jeder Datentausch der pauschal geschieht. Die anlasslose Überwachung findet statt.
    Die Medien fragen nie nach der Rendite, danach das die Auflösung der Privatsphäre nicht funktioniert. Keine Kritik an den neuen freiheitsberaubenden Gesetzen, auf deren nicht funktionieren, nicht hingewiesen wird. Wo ist die Kritik am MAD? Wo ist der Finger der aufzeigt das diese Überwachung nicht funktioniert und schlicht mehr Bürgerrechte kostet als Sicherheit einbringt? Am Einzelfall, wiederholt, wie simple Propaganda bis öffentlich diskutiert wird an Fakten wie Kosten, nachgewiesenem Nutzen und Missbrauchspotenzial.

    Bnd-Gesetz u.a. , https://netzpolitik.org/2017/funkzellenabfrage-innenminister-will-handydaten-aller-einwohner-an-die-polizei-geben/ usw.

  7. Frag doch mal Katarina Barley ob sie es nachvollziehen kann, dass z.B. Stefan die SPD “Verräterpartei” nennt.

  8. Super Podcast! So hätte der “Schwarze Kanal” moderiert werden müssen. Unterstütze Euch gleich morgen!

  9. @Marie Die Guérot ist eine geborene Hammelstein und damit offensichtlich ziemlich deutsch, siehe https://web.archive.org/web/20110627124315/http://ulrikeguerot.eu:80/listofpublications.html
    Aber die war mit ‘nem französischen Diplomaten verheiratet, oulala.

    Anmerkung an Stefan (Nachtrag noch zur vorvorherigen Folge oder so): das Internet vergisst nichts, was es im Archive gespeichert hat. Ihr seid da ganz gut archiviert übrigens. Allerdings sind die alten Einträge so gut wie nicht über Google & Co auffindbar… Man muss sich schon selber erinnern. Hmm, also vergisst das Internet vielleicht doch, man kann es aber ‘erinnern’. Hey, gefällt mir jetzt die Analogie, gleich mal ©-right drauf 😉

    Auftrag an Tilo: J&N-Interview mit Ulrike Guérot!

  10. Da die Kommentare für Hinweise an euch genutzt werden sollen, habe ich hier einen Hinweis für die nächste Sendung: https://mobile.twitter.com/colbertlateshow/status/862119534500749312/video/1

    Colberts Publikum bejubelt die Entlassung von James Comey, weil das im liberalen Lager seit Monaten gefordert wurde. Blöd nur, dass die Demokraten spontan eine 180° Meinungsänderung vollzogen haben, weil Jeff Sessions die Entlassung empfohlen hat. Da musste Colbert das Publikum erst einmal neu Einnorden.

    Ich finde das unendlich peinlich, da es sehr deutlich macht, dass es links wie rechts nur noch dummes Klatsch-Vieh gibt, dass einfach nur das bejubelt, was der austauschbare Ersatzführer als Forderung in sein Mikrofon hustet. Der Durchschnittsmensch braucht wohl wirklich jemanden, den ihm sagt, was er zu fühlen und denken hat.

  11. Ihr habt das Kleber-Panel auf der Republica angesprochen. In meinem ‘Gefühlsgedächtnis’ bleibt Folgendes haften:

    1. Das heute-journal hat im Schnitt vier Millionen Zuschauer …
    2. Kleingärtner sind mehr oder weniger alle dumm.
    3. Fake News- und Tendenzvorwürfe werden durchaus ernst genommen (es geht schließlich um die eigene Reputation), keinesfalls aber die Menschen, die dahinterstehen.
    4. Eine intellektuell-ernsthafte Hinterfragung dieser Problematik kann es bei Leuten mit gesundem Menschenverstand nicht geben, denn “Hey – wir sind’s doch: die perfekt ausgebildeten Nachrichtenprofis aus dem journalistischen Hyperraum!”, von denen leider
    5. niemand weiß, wie sie arbeiten.

    Mein Vorschlag: Schnallt dem Kleber für ein zwei Wochen eine GoPro an die Stirn und lasst ihn durch seine Redaktionsräume laufen.

  12. Tilo: Frag’ doch bitte mal bei der nächsten BPK, warum man nicht einen G20-Gipfel auf einem Luxuskreuzfahrtschiff abhält. Kein Problem mit Demonstranten, viel weniger Aufwand für Sicherheit, Polizei, etc. – und die Politiker und ihre Entourage könnten es sich “richtig gut” gehen lassen. Wahrscheinlich wären die Gesamtkosten auch viel geringer… 😉

  13. Momentan geht es Deutschland, verglichen mit seinen Nachbarn, sehr gut. Eigentlich der Zeitpunkt um “weiter so” zu wählen. 37% für die CDU in der aktuellen Sonntagsfrage belegen diese Stimmung.

    Aber ein “weiter so” ist momentan der völlig falsche Weg! Zu vieles kommt zusammen: die hohe Arbeitslosigkeit im Rest der EU bei massiver Verschuldung der meisten Mitgliedsstaaten, die gewachsene Gefahr durch den Trend Russlands, in Konflikte mit massiver Militärpräsenz einzugreifen ohne sie zu entscheiden (Ostukraine, Syrien). Die wachsende Zahl von Populisten und extremistischer Verbrechen, das sich verändernde weltpolitische Klima (Trump, Brexit). Die desaströse Bausubstanz öffentlicher Infrastruktur von Schulen bis Straßen, der Investitionsstau, und nicht zuletzt der Klimawandel: das sind alles Bedingungen, die eine aktivere Politik notwendig machen statt dem ewigen Verwalten der CDU.

    Gleichzeitig ist jetzt das Geld da um nachhaltig zu investieren, die Staatsinfrastruktur wieder in Ordnung zu bringen, die Bundeswehr wieder vernünftiger auszustatten, die Energiewende voranzubringen, die Bildung zu fördern, in den europäischen Arbeitsmarkt zu investieren und nicht zuletzt die (von sich aus dazu bereiten) Flüchtlinge zu integrieren und ansonsten die Abschiebungsgesetze konsequent anzuwenden.

    Das alles wird die Spardiktat-CDU aber nicht machen: dazu fehlt ihnen sowohl der politische Wille als auch die Kreativität. Deshalb brauchen wir jetzt eine investitionsfreudige Regierung – unter Führung der SPD.

  14. Bezugnehmend auf meinen vorherigen Kommentar möchte ich das noch nachreichen: https://www.youtube.com/watch?v=3gTwgbzu34c

    Hoffentlich noch Rechtzeitig. Die Demokraten haben offensichtlich große Mühe sich darüber klar zu werden, ob sie es jetzt gut oder schlecht finden, dass Comey gefeuert wurde. Das führt zu so Absurditäten, dass Clinton Comey hätte feuern sollen, aber Trump Comey nicht feuern durfte, obwohl Comey laut Aussage der Demokraten unhaltbar sei.

    Der Reporter ist verständlicherweise stark verwirrt über diese “Logik”.

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