A!427 – Coroma

Dienstag, 24. März 2020, 18:04 Uhr

Wir finden uns im neuen Alltag ein und gucken Nachrichten, recht monothematisch. Dazu sprechen wir zu Beginn mit Alexander Jorde über seine Arbeit auf einer Intensivstation in Hannover und zum Ende mit Jens Weinreich über Olympia. Special Guest ist heute Tilos Oma, wir erreichen sie per Telefon, natürlich zuhause. Mathias spielt uns mit großem historischen Bogen musikalisch in die Audiokommentare.

Wir danken unseren Produzenten Christian, Birgit, Julian, Philippe, Tobias, Nicola, Christian, Marko, Rene, Jophi, Holger, Julija, Stephan, Eva, Miltiadis, Thomas, Martin, Frank, Thomas, Martin, Simon, Jannik, Robert und allen unseren Unterstützerinnen.

Der Aufwachen! Podcast endete mit Ausgabe 444. Ihr findet Stefan beim Fernsehpodcast und Tilo bei Jung & Naiv.

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17 Gedanken zu „A!427 – Coroma“

  1. 02:14:07, merkels ansprache:
    solidarisches handeln
    “deutscher“ im zweiten weltkrieg unter bezugnahme auf den staat kann ja nur die systemkonforme unterstützung der hitlerei (nsdap) bedeuten … ich halte das für einen historisch seltsamen bezug .. hält deswegen die afd die klappe?

  2. Wo werden denn eigentlich all diese wilden Corona Partys gefeiert, über die sich Leute hierzulande empören? Das einzige, was ich dazu finden kann, ist das Spring Break in den USA. Und ansonsten nur Videos von Menschen, die sich über diese angeblichen Partys aufregen.

  3. Hallo Team meines Lieblingspodcast,

    tatsächlich bin ich aktuell etwas irritiert. Bisher habe ich bei euch keine oder nur ansatzweise kritische Stimme zur Corona-Krise vernommen. Dabei ist doch genau das Hinterfragen, das Nachdenken, das besonnen bleiben und in Ruhe ein rationales Urteil bilden eine stärke von euch.
    Es gibt auch kritische Stimmen, einige davon können widerlegt werden, manche jedoch nur schwach. Keine stellt dabei in Frage das auch Covid-19 Leuten gefährlich wird, jedoch eher den Leuten (älter 70 Jahre mit meist mehreren Vorerkrankungen) die auch wegen anderen sog. opportunistischen Erregern in Gefahr sind.
    Da auch das RKI jeden der stirbt und mit Corona infiziert ist als jemand rechnet der AN Corona stirbt ist leider auch dies eine nicht klare Statistik.
    Die veröffentlichten Zahlen sagen dabei nicht aus ob die Leute zusätzlich versterben, wer überhaupt behandelt werden muss, wenn ja in welchem Umfang.
    Es gibt so einige Fragen zu diesem Thema.

    Macht bitte generell weiter so. Nach kurzer Abstinenz wegen Arbeitspause erfolgt nun wieder eine regelmäßige Gabe aus dem Homeland-Sendegebiet von Mr. Show.

  4. Wie bitte was ???
    Keine Antagonisten ???

    Ich sehe hier sogar drei Antagonistengruppen, die Ihr offensichtlich nicht betrachten wollt.

    1. Jene “Vermögensverwalter”, die derzeit Leerverkäufe tätigen und somit auf fallende Aktienkurse wetten.
    Es scheint gerade die größte Umverteilungsaktion zu laufen, die es jemals gegeben hat.

    2. Diejenigen Politiker und Medien, die jetzt die dicken Pläne aus der Tasche ziehen, um endlich unsere Freiheit noch umfassender einzuschränken.

    3. All die aufgebrachten Bürger, die wie bescheuert nach noch härteren Maßnahmen schreien, ohne eine zeitliche Begrenzung mit dazu zu fordern.
    Das sind die schlimmsten, weil dämlichsten aller Antagonisten.
    Kennt Ihr da zufällig welche ?

    Was Ihr außerdem nicht betrachten wollt, sind Zusteller jeglicher Art. Ihr tut permanent so, als gäbe es die gar nicht.
    Ich selbst bin Postbote bei der DHL und stehe wie all meine Kollegen zur Zeit total im Feuer ohne jegliche echte Schutzmaßnahmen.

    Dazu muss ich mir bei Euch anhören, wie scheiße es ist, wenn die Lieferung nicht bis ganz nach oben gebracht wird und auf der anderen Seite dazu geraten wird, diverse Dinge von jetzt an “postalisch” zu erwerben. Natürlich wird auch seit langem ein Werbeblock um den nächsten zugunsten Amazon gefahren, herzlichen Glückwunsch.

    Auch bei uns ist alles auf Kante genäht, der Weihnachtsstarkverkehr war letztes Jahr der totale Horror und jetzt geht es ohne Pause einfach weiter.
    Die Deutsche Post geriert sich immer gern als tolles Unternehmen, aber behandelt die Zusteller teils grauenerregend. Und nein, damit meine ich nicht nur die Subunternehmer.
    Aber hauptsache, die Dividende wird jetzt für 2019 ausgezahlt: 10 Cent mehr als im Vorjahr auf 1,25 Euro.
    Rechnet Euch die Prozente selbst aus; ich kriege den großen Hass, wenn ich meine eigene Lohnsteigerung dagegen angucke.

    Im aktuellen Verdi-Blatt “Publik” nimmt der neue Chef Frank Werneke mit großen Worten Bezug darauf, wie völlig geil Verdi in Wirklichkeit ist. Öffentliche Masturbation, echt jetzt.

    Er schreibt selbst, dass die meisten Risikoberufsgruppen bei Verdi organisiert sind, aber er fordert ausser dem, was die Politik sowiso schon zugesagt hat…. NICHTS.
    Von Verdi kommt NICHTS, man muss sich das auch mal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen lassen…

    Die könnten jetzt ALLES fordern, von Gefahrenzulage über maximale Arbeitszeitverkürzung bis individuelle, permanente Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

    Nichts. Keine Kampagne, keine Forderung, keine Eier, nichts.

    Stattdessen seiert er irgendwas von Daseinsvorsorge und Danke Danke und Gesundheit. Und nebenbei schreie ich sein Bild daneben an, bis ich heiser bin.

    Morgen ist mein freier Tag.

    Ich werde ihn dazu benutzen, den gesamten Vorstand zu terrorisieren.

    Gruß
    S.

    1. ich mag keine Leute, die nur n Link teilen und LESEN schreiben.

      wenn du was daraus zitieren willst, dann tu es. ansonsten ist das Querfrontniveau.

  5. Gesundheitssystem und Corona
    eigentlich könnte ich meinen Kommentar zu der letzten Folge wiederholen. Einige zusätzliche Gedanken dann doch. Wenn ich das Gesundheitssystem langsam verstehe, hat man es inzwischen so entwickelt, dass Krankenhäuser auch über die Anzahl von Operationen finanziert werden. So verstehe ich die Begründung der Finanzspritzen an die Krankenhäuser in Zeiten von Corona. Dass man die Krankenhäuser finanziell unterstützen müsse, da sie durch nicht durchgeführte Operationen in Folge der Vorhaltung von Betten für Corona – Patienten finanzielle Ausfälle haben. Also
    durch nicht durchgeführte Operationen finanzielle Ausfälle ??? Das heißt ja, dass die Angestellten nur Geld bekommen wenn es Kranke gibt oder wie. Ausschließlich gesunde Menschen lohnen kein Gesundheitssystem oder wie ? Krankenhäuser werden also nicht für Kranke vorgehalten um gegebenenfalls operieren zu können – also man muss offenbar operieren, um Geld zu erhalten. Dann verstehe ich auch das zu Hüft-, Knie, und Rückenoperationen geraten wird, auch wenn diese eventuell gar nicht nötig sind, wie pervers ist das denn? Daher sind in meinem Bekanntenkreis viele völlig verunsichert, wenn ihnen zu einer derartigen Operation geraten wird und sich fragen, ist die OP wirklich nötig oder wollen „die“ nur Geld verdienen. Da frage ich doch lieber andere Ärzte.
    Es gibt eine „Star Trek“ Folge in der „Pille“ bei einer Reise in die Vergangenheit es sehr bedauert und sehr betrübt ist, dass Menschen aufgeschnitten werden müssen um ihnen helfen zu können. Er braucht dies ja in seiner Zeit (der Zukunft) bei seiner hightech Medizin nicht mehr.
    Heute werden offenbar Menschen aufgeschnitten, um Geld zu verdienen, erinnert an einen Horrorfilm. Was sagt denn da die Ärzteschaft zu und was geht in Köpfen vor, die zu einer OP raten, um die OP- Säle auszulasten und Geld in die Krankenhaus – Kasse zu spülen, erinnert an Mengele. Das Militär wird ja auch vorgehalten, um gegen Notfälle gerüstet zu sein und nicht um Angriffskriege zu führen, das leisten wir uns ja auch. Also sollten nach meiner Meinung Krankenhäuser vorgehalten werden, um gegebenenfalls für Kranke da zu sein. Nicht um finanziell abhängig zu sein von möglichst vielen Kranken, die offenbar nötigenfalls dann erzeugt werden. Man kann dies ja aus-spinnen. Es fallen aus welchen Gründen auch immer in einer bestimmtem Region keine Kranken für einen Operationstyp an. Dann schaffen wir also diese Operationsmöglichkeit ab, weil sie kein Geld bringt? Nun ändert sich aus welchen Gründen auch immer die Situation und die Operationsmöglichkeit ist wieder nötig, da Kranke hierfür anfallen. Nun haben wir die Fachkräfte samt Operationsmöglichkeit aber abgeschafft, und nun? Dann haben die Erkrankten also Pech gehabt und müssen leider unbehandelt bleiben? Wir halten ein Gesundheitssystem nicht vor wie etwa eine Armee zur Verteidigung? Wir sagen ja auch nicht, es gab ja schon 75 Jahre keinen Krieg mehr, da brauchen wir uns auch nicht mehr zu verteidigen. Wir brauchen keine Armee mehr, weil sie zu teuer ist. Sollte es doch mal nötig sein, etwa gegen terroristische oder andere extremistische Aktionen, dann haben wir eben Pech gehabt und jetzt fliegt leider ein Stadion samt Stadtteil in die Luft? Na wunderbar.
    Wenn dies so ist, und offenbar ist dies so, muss das System dringend überdacht und reformiert werden, wie die Werte einer Gesellschaft überdacht werden müssen, die zulässt das Menschen aufgeschnitten werden müssen, um ein Gesundheitssystem zu finanzieren. Krankenhäuser sind primär dafür da um Erkrankten zu helfen und eine moderne, an humanistischen Werten orientierte Gesellschaft muss sich dies leisten und ein Gesundheitssystem für ihre erkrankten Menschen vorhalten. Sonst verdient sie den Namen humanistisch und modern etc. nicht.
    Da das Gesundheitssystem auch eine riesige Geldmaschine ist, würde es auch lohnen hier einmal einen Finanzanalysten anzusetzen, um die Geldströme offenzulegen. Intern sind diese Geldströme sicher bekannt. Dann würde man sehen, wo die Gelder wirklich hingehen und könnte nachbessern bzw. gründlich reformieren, um ein Gesundheitssystem zu entwickeln, das primär die Gesundheit der Mitmenschen im Blick hat. Wie dies alles zu finanzieren ist, kann ja immer noch geschaut werden, die Verteidigung stellt ja auch niemand infrage nur weil sie teuer ist. Skandinavische Gesundheitssysteme scheinen zumindest mehr am Patienten oder auch Mitmenschen orientiert zu sein und wären womöglich ein Vorbild.
    Eventuell habe ich hier und da überspitzt, aber das Operationen nötig sind um Krankenhäuser zu finanzieren und Krankenhäuser nicht finanziert werden um gegebenenfalls operieren zu können erscheint mir wie die Verdrehung von Ursache und Wirkung und euphemistisch gesagt wenig ethisch.

  6. Ok Thilo dann etwas mehr… Es ist gut und richtig was momentan passiert, wie unsere Regierung reagiert hat, man kann das nur gutheißen. Allerdings seid ihr mir da etwas zu unkritisch, was ich nicht gewohnt bin. Die Risikoanalyse deren link ich gepostet habe, sagt bis auf die Lethalitätsrate die Pandemie voraus. Trotzdem sind wir in Deutschland nicht vorbereitet und haben wahrscheinlich noch etwas zu spät reagiert, obwohl SARS und MERS schon da waren. Ich wollte nichts daraus zitieren, ich wollte Euch einfach darauf aufmerksam machen, damit auch diese Aspekte mal thematisiert werden. Man hat das Szenario beschrieben, ja fast voraus gesagt. Das kann man die jetzigen Abläufe auch mal kritisch hinterfragen, so wie du es oft machst. Das ist Dein Job, oder? Wie soll man Euch sonst aufmerksam machen? Schau dir das Dokument doch einfach mal an, dann kannst du immer noch sagen, dass es schon bekannt ist.

  7. Hey nur weil ihr gefragt hattet:

    Ich brauche keine weiteren interviews ohne mehrwert mit irgendwem nur weil zufällig eine verwandschaft besteht und es vielleicht grad mal ein bisschen witzig ist 🙂
    Ihr habt doch nur gut 6 stunden zeit für den podcast ^^

    Das ist null böse gemeint 🙈

    Kommt gut und gesund durch die zeit 🙃

  8. Dieses Afrika schon wieder…

    Bei 1:39:50, Tilo war auch schon in Kenia, bei Kinshasa da….
    Stefan: ja, da irgendwo…

    Meine Fresse, könnte mein Lieblingspodcast bitte nicht mit dieser unbeschwerten Unkenntnis um sich werfen, das ist peinlich und tut den Ohren weh. Kinshasa ist die Hauptstadt der DRK und liegt ganz im Westen, Kenia im Osten, da sind über 3.000 Km dazwischen!

    Eure Ignoranz diesem Afrika gegenüber ist leider offensichtlich, es wäre schön wenn sich das verbessern würde und ihr euch da mal wirklich einarbeitet. Und Nein Tilo, deine Uganda Doku war kein großer Wurf. Die Tatsache, dass Stefan sich weigert sich das anzuschauen spricht Bände.
    Ihr macht euch lieber lustig über Korruption in Kenia, mit grenzdebilen Urlaubsanekdoten von Tilo in Kinshasa?
    Es wäre durchaus eine Überlegung wert, ob ihr euch diesem Thema nicht in gewohnter Aufwachen-Qualität widmen könntet.

    Vielen Dank für eure Arbeit, ich unterstütze euch seit 2 Jahren mit einer monatlichen Zahlung.

  9. Wisst Ihr wieso die Kriegsaussage tatsächlich Sinn macht?

    Da bei Krieg, so glaube ich, jedermann*in (lol) instinktiv versteht dass es eine unkontrollierbare, sich dem normalen politischen Handeln entziehende Situation ist, deren Fortschreiten im wesentlichen davon abhängt wie sehr man den Gegner – sprich hier das Virus und seine Verbreitung, mithin den Vorstoß des Virus – dominieren, eingrenzen und vernichten kann.

    Klar ist, ich will eigentlich nicht unter Kriegsbedingungen leben müssen, ebenso dass ich den Politikern noch mehr misstraue als vorher, weil es nötig ist denn sie haben uns so unvorbereitet ausgeliefert und drohen jetzt zu überkompensieren und die Lage zu missbrauchen um falsche Forderungen durchzusetzen die sie bisher nicht umgestzt bekamen.

    Still, der chinesische Epidemiologe der da in Spanien war und die lächerlich unzureichenden Maßnahmen dort kritisierte und ebenso sagte dass es einen Monat gedauert habe nachdem die den totalen Lockdown hatten in Wuhan, bis der Scheitelpunkt erreicht war, sollte uns zu denken geben jetzt ein Enddatum zu setzen nur weil die sogenannte Mehrheitsgesellschaft jetzt endlich mal (und das muss ich tatsächlich so sagen) was es heißt ein armer, isolierter Mensch, vulgo Hartzer, zu sein.
    Aber hey, es werden für sie ja jetzt alle möglichen Hürden gesenkt und die Vermögenssprüfung abgesschaft wo man normalerweise wenn es da Probleme gibt, entweder total nachgeben oder aber bis zu 2 Jahre klagen muss.

    Insofern sollten sie auch einfach mal die Fresse halten, diese ganzen verwöhnten “Säulen der Gesellschaft”.

  10. DISCLAIMER: Hätte mich gerne im Forum angemeldet und dort gepostet, dies schlug allerdings mehrfach fehl da die “Sitzung abgelaufen” war und ich mich nicht registrieren konnte. Deshalb hier.

    Moin ihr drei!

    Ich dachte, ich schreibe euch mal einen kurzen Erfahrungsbericht aus Südafrika zum Thema Corona.

    Ich lebe seit Juli 2019 in Südafrika und engagiere mich bei einem Projekt, bei dem Kinder aus dem naheliegenden Township nach der Schule & Samstags im Rahmen eines Nachmittagsprogramms, welches zum Ziel hat ihnen das Surfen beizubringen, zu uns kommen. Das Ziel ist, dass die Kinder dadurch von der Straße, wo Gewalt und Drogenmissbrauch keine Seltenheit sind, weg kommen und eine Betreuung erhalten, gleichzeitig aber auch einen Sport lernen bei dem man nur durch regelmäßiger Teilnahme und viel Engagement Fortschritte sieht.

    Das Projekt ist auf thesurferkids.com zu finden.

    Da sich unser Projekt zum Großteil aus internationalen Freiwilligen finanziert stehen wir dank Corona vor dem finanziellen Ruin.

    So geht es auch vielen kleinen Läden, Geschäften und Einzelhändlern. Seit dem 27.03. gilt eine dreiwöchige Ausgangsbeschränkung. Man darf nur noch für den Einkauf von Lebensmitteln, um zur Apotheke, zur Bank, ins Krankenhaus oder um seine Sozialleistungen zu empfangen die Wohnung verlassen.

    Trotz dieses krassen Einschnitts in die Grundrechte der Südafrikaner*innen hält sich bisher der Großteil der Bevölkerung scheinbar an die Ausgangsbeschränkungen. Dies ist von meiner Seite allerdings schwer zu bewerten, da ich als Teil der priveligierten Bevölkerungsschicht nicht in einem der unzähligen Townships lebe.

    Dort herrschen mitunter katastrophale hygienische zustände. Ein Großteil der kleinen, häufig aus Sperrmüll zusammengebauten, Hütten hat keine eigenen Sanitären Anlagen. So müssen sich die Bewohner*innen die öffentlich bereitgestellten Toiletten mit vielen anderen Personen teilen.
    Dazu kommt, dass alle dicht auf dicht leben, häufig die Mittel fehlen um sich angemessen und vor allem mit KORREKTEN Informationen zu informieren und es bereits vor dem so genannten “lock down” viel Armut und Gewalt gab.

    Sollte dieser lock down nun verlängert werden, so würde den Menschen über einen noch längeren Zeitraum als ohnehin schon die Möglichkeit verwährt bleiben zu arbeiten und somit Geld für ihr eigenes Überleben zu verdienen.

    Aktuell sind sich die meisten noch einig, dass Präsident Cyril Ramaphosa gute Arbeit leistet. Dies könnte sich aber schlagartig ändern, sollten die Menschen um ihr eigenes Überleben fürchten und kein Geld für essenzielles mehr haben.

    Das mögliche Ausmaß, zum einen an Unruhen durch den lock down und die damit einhergehende Machtlosigkeit für sich selbst zu sorgen, sowie die Gefahr dass sich Corona rasant in den Townships ausbreitet und binnen kurzer Zeit hunderttausende von Menschen betrifft ist also immens hoch.

    Es bleibt abzuwarten ob der lock down nach den 21 Tagen verlängert wird. Ich habe eigentlich vor bis Juli 2020 zu bleiben, muss die aktuelle Lage aber auch täglich aufs neue Bewerten und eine Entscheidung treffen, ob ich zurück nach Deutschland fliege.

    Gerne halte ich euch bei Interesse auf dem Laufenden 🙂

    In diesem Sinne, vielen Dank für den wöchentlichen Podcast!!
    Bleibt gesund!

  11. Eine paar Anmerkungen zu den Deutungen der Lage als ein “Krieg” gegen Corona (ad Aufwachen427)
    Ich finde dieses “framing” der Lage hochproblematisch, da man damit prekäre Deutungsmuster und ihre Handlungsdispositionen wieder aktualisiert. Es ist auf eine gefährliche Art allzuverständlich zu sagen, dass “Wir” jetzt in einem “Krieg” gegen einen “Feind” sind und uns “opfern” müssen, um zu “siegen”. Warum? Weil damit die Lage in einem Pathos des Heroischen zu ungenau als ein Ausnahmezustand erscheint, bei dem klare Gegensätze, harte Maßnahmen und ein Klima des Ernstes rational erscheinen. Es wird damit ein Sog des Bedeutungsvollen in Gang gesetzt, der in einer posthistorischen Lage allzuleicht den Willen nach der Härte und dem Ernst der Geschichte wieder herauf beschwört. Die Einsicht in die Komplexität der Situation, das Eingeständnis der Ohnmacht unseres Machens, die essentielle Wichtigkeit von einem munteren und auch an kreativen Lösungen interessierten Leichtsinn werden entwertet. Die Lage ist ernst, sie sollte aber nicht heroisch sein, indem eine Pandemie zu einem Kriegzustand überinterpretiert wird.
    Ein paar konkrete Punkte:
    1. Krisenmanager werden zu Feldherren:
    In einem Krieg gegen den Virus werden die Volksvertreter zu einer Elite der Entschiedenheit, die sich von der Wucht der Lage schnell in dem Charisma des Erhabenen fühlen – vor allem wenn Wahlen anstehen -, da ihre Machtfülle ansteigt und sie über Tod und Leben entscheiden läßt. Da vermischen sich leicht religiöse Reflexe mit politischen Entscheidungsfindungen.
    2. Maßnahmen werden zu Notwendigkeiten:
    Maßnahmen werden dann zu einer Notwendigkeit und Kritiker werden dann zu Nichtgläubigen. Ein Verstoß kann leicht so empfunden werden, dass er als eine Verletzung einer absoluten Wahrheit erscheint. Damit wird Gewalt von oben als gerechte und notwendige Gewalt überinterpretiert.
    3. Kooperation wird zu korporativer Identität:
    Es wird ein Wir erfunden, als ein Gehorsam der Gerechten, die sich für ein fiktives Ganzes opfern.
    4. Einen Feind erfinden:
    Diese korporative Identität verstärkt sich, indem ein Feind als ein ungerechter Schuldiger kreiert wird. Trump: “Und jetzt ist unsere Zeit gekommen. Wir müssen gemeinsam opfern, weil wir gemeinsam durch all das gehen, und wir werden zusammenkommen. Es ist der unsichtbare Feind. Das ist immer der härteste Feind: der unsichtbare Feind.” Diesen Kampf gegen den Feind Virus zu führen, fällt schwer. Es wird aber leichter, wenn die Anhänger von Corana-Partys und andere “Maßnahmenbrecher” als humane Mithelfer des Virus zu Feinden stilisiert und kriminalisiert werden können. Wenn Kurz sagte: “Jeder, der die Maßnahmen mitträgt, ist ein Lebensretter.” wird daraus im Umkehrschluss: Jeder, der die Maßnahmen nicht mitträgt, ist ein Straftäter, ein Helfershelfer des Virus.
    5. Kompensationen von Ohnmacht durch Machtinszenierung:
    Durch die semantische Eskalation einer Pandemie zu einem Krieg, können sich so leicht Verhaltensweisen einstellen, die die Machtlosigkeit mit Macht kompensieren wollen (z.b. absurd drastische Strafen oder die unschöne Sitte eines gegenseitigen Überwachens und denunzierens etc). Dieser heroische Reflex wird häufiger in Milieus auftreten, die vom Geist des autoritären Populismus bestimmt sind. –
    Es droht durch eine übertriebene Lagebeschreibung insgesamt die Gefahr, dass durch ihre Wucht nicht nur die Freiheit des Einzelnen momentan und zugunsten einer Solidarität beschränkt wird, sondern dass diese Wucht auch auf die freiheitlichen Strukturen durchschlägt und sich darin verfestigt. Dadurch kann eine Krise des Sozialen durch eine Naturkatastrophe ausgelöst werden. Das Gespenst einer Pan-Illiberalität geht um.
    Es ist eine Krise, ohne einen Feind. Was so schwer zu begreifen ist: Leid ist da, aber niemand ist schuld. Es kommt so darauf an, nicht durch eine übersteigerte Feind-Freund-Logik die Situation unnötig eskalieren zu lassen. Eine postheroische Heroik – als ein Kultivieren von Normalität im Ausnahmezustand – nimmt als Gebot der Stunde die Form einer kontextsensitiven Verhältnismäßigkeit an, zu der ein sachliches Berichten und Informieren (kritisch gegen das Erfinden von Feinden, Kommunikation als Schuldzuweisung, skandalisierendes Überzeichnen von Aussagen oder die Dauerschleife der bad news), ein verantwortungsbewußtes Verhalten (zb wird selbstbewußte Tatenlosigkeit als gutes Handeln entdeckt), ein psychologisch gesunder Umgang mit sich und anderen gehört. Auf ein temperiertes Kooperieren kann man stolz sein, nicht auf den Rausch des Siegens.

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