A!413 – Funklochabgabe

Dienstag, 3. Dezember 2019, 10:00 Uhr

Die SPD hat entschieden, aber worüber? Neue Führung, Regierungsende, „Amoklauf“? Der Journalismus zum Thema sprudelt mit Signalworten, aber der entscheidende Parteitag steht noch aus. Auch beim großen Klimawandel ist diese Woche einiges in Bewegung, wir binden ein paar Kurznachrichten zusammen und das Panorama lässt uns gruseln. Dann hören wir Mathias‘ Musik und eure Audiokommentare und noch mehr Musik von euch.

Wir danken unseren Produzentinnen Erik, Bettina, Reinhard, Stefan & Franziska, Mathis, Christina und allen unseren Unterstützern.

  • Wenn ihr am 16. oder 17. Dez. an Stefans digitalem Hörertreffen (also an A!415) teilnehmen wollt, schreibt ihm zum Koordinieren: stefan@aufwachenpod.de
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Wenn du Korrekturen oder Ergänzungen hast, schreibe sie uns gerne als Kommentar unter die Ausgabe. Für Fragen und Diskussionen haben wir ein Forum. Audiokommentare nehmen wir per Telegram- oder WhatsApp-Sprachnachricht an 004915156091706, entgegen.

34 Gedanken zu „A!413 – Funklochabgabe“

  1. Hallo Ihr Lieben
    Ich kann Hans Reaktion nachvollziehen. Stefan hat mit seiner ständigen Rechhaberei den Bogen des Respektes überspannt. Ich hoffe es folgt noch eine ehrlich Entschuldigung. Ich würde Hans vermissen. Armin

  2. Hallöle,

    es wäre schön, wenn ihr euch gegenseitig ausreden lassen würdet. Das gegenseitige Ins-Wort-Fallen ist wirklich nervig. Dass Hans die Lust verliert, wenn er zum wiederholten Mal unterbrochen wird, ist nachvollziehbar. Ich wäre in dieser Diskussion schon viel früher aufgestanden.

  3. Es ist sowieso mehr als erstaunlich, mit welcher engelhaften Geduld Hans es solange ertragen hat, keinen Satz zu Ende sprechen zu duerfen. Ich gehe mit ihm.

  4. Ich möchte nur kurz daran erinnern, dass ein Koalitionsvertrag ein politisches und kein rechtsstaatliches Instrument ist, weswegen sich Hans‘ Exegese des Satzes meiner Ansicht nach erübrigt. Eine gravierende Änderung ist das, was die Teile der Groko dazu erklären, nicht was empirisch elaboriert ist. Beispielsweise: Wir verlieren unsere komplette Glaubwürdigkeit, wenn wir nach so einer Wahl so weiter machen wie bisher. Das ist nach dieser Wahl noch viel elementarer als es damals schon hätte sein sollen.

  5. Ich kann mich den Vorrednern (bzw. -kommentatoren) nur anschließen und muss folgende Ergänzung machen: Ich habe nun alle Kopfhörer, die in meinem Haushalt zur Verfügung stehen, ausprobiert. Egal mit welchem Produkt, Tilos Wort- oder eher Schreibeiträge sind dermaßen übersteuert, dass man richtig zusammenzuckt beim Hören. Nicht nur hat man das Bedürfnis, sich sofort die Hörer aus den Ohren zu rupfen, auch möchte man – no offence! – dem Mann sofort eine verpassen! Es macht wirklich aggressiv! Als Podcaster und (so oft betonter) „Hauptstadt-Journalist“, verpasst Du dir also ein gescheites Mikro, lieber Tilo! Oder versuchst deine Aufnahmeeinstellung signifikant runter zudrehen, angepasst zur maximalen Aufnahmelautstärke, wenn Du schon unbedingt schreien möchtest. Oder Du besorgst Dir ein dynamisches Mikrofon, wie es Künstler auf der Bühne benutzen, gerade damit es unterschiedliche Lautstärken unverzerrt aufnehmen kann. Ein Membranmikro ist für das Schreien, vor allem, wenn man so wie Du direkt mit den Lippen dran klebt, absolut ungeeignet: Trifft der Schall darauf, wird es eingedrückt von dessen Druck. Schreit man nun zu laut und vor allem zu nah da rein, ist die Dehngrenze der Membran überschritten und das Signal wird verzerrt, also übersteuert. Fazit für Tilo: anderes (dynamisches) Mikro zulegen oder MINDESTENS 30 cm mehr Abstand (bitte, bitte mehr!). Oder, und das ist meine Empfehlung, einfach das Schreien sein lassen! Ich habe in den Audiokommentaren und auch hier in den Kommentaren gelesen, dass genau dieses Problem häufig angesprochen worden ist! Bitte nimm es Dir doch einmal zu Herzen, lieber Tilo! Ich würde gerne weitere Folgen hören, halte schlechte Tonqualität aber nicht dauerhaft aus. Ihr seid ein Podcast – das ist deshalb echt wichtig für euch. Hier also noch ein YT-Tutorial mit Lösungsvorschlag dazu für den „Haupstadt-Journalisten“: https://m.youtube.com/watch?v=PaQam8X007E
    Bitte, bitte jetzt einmal umsetzen! Ich möchte euch gerne weiter hören.

  6. Inhaltlich gebe ich in der hitzigen Diskussion Stefan recht. Aber: Hans lässt Euch immer ausreden und Euren Punkt machen. Es wäre wünschenswert, würdet Ihr Euch ausreden lassen – auch wenn die Diskussion hitzig und emotional ist.

    Ich hoffe, Ihr könnt die Situation mit Hans klären und Hans kommt mal wieder in den Podcast. Aufwachen ohne die Show wäre nicht gut für Deutschland.

  7. Hallo Stefan,
    Steinkohle kommt nicht nur aus Osteuropa, sondern auch z.B. aus Kolumbien, wo alleine der Weg nach Deutschland selbst schon für die Umwelt eine Katastrophe ist oder aus Sibirien (Kusnezker Becken) mit gravierenden Folgen für die Menschen vor Ort:
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-und-die-energiewende-wie-laender-wie-kolumbien-dafuer-zahlen-a-1127332.html
    https://taz.de/Kohle-aus-Kolumbien/!5039068/
    Hier was für den Herrn Altmaier: https://gruenekarlsruhe.de/kohle-aus-kolumbien/
    https://www.deutschlandfunk.de/steinkohleabbau-in-russland-schuften-fuer-deutsche.1773.de.html?dram:article_id=459375
    Steinkohle ist in jeder Hinsicht schlimm !

  8. ich kann mich nadine nur anschliessen!

    nichts gegen stefans meinungsstaerke, aber respekt gegenueber andersdenkenden sieht nun wirklich anders aus.

  9. Ihr lieben,
    da habe ich mich so auf die neue Folge gefreut … und dann behandelt ihr gleich zu Beginn Hans derartig schofelig, dass er schließlich völlig zu recht in’n Sack haut!
    Lasst ihn BITTE öfter mal ausreden. Dieses ins Wortgefalle nervt.

    Darüber hinaus streitet ihr ewig über etwas, wo sich sowieso kein abschließendes Urteil fällen ließe. Und kurz nach dem er weg war, kommt von euch doch tatsächlich noch der Rat an die Journalisten, einfach mal abzuwarten was sich jetzt in der SPD so tut … Das hätte ich fünf Minuten vorher gerne euch geraten.

    Na ja, wird schon werden. Aber ich hoffe sehr, dass Hans wiederkommt. Er tut euch ziemlich gut.

    BTW: Von wegen ‚Warum muss man denen immer alles aus der Nase ziehen?‘
    Stefan Rahmstorf betreibt einen sehr lesenswerten Blog:
    https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/
    in dem auch immer wieder mit unglaublicher Geduld Klimaleugner zerlegt werden, z.B. hier:
    https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/herr-hilse-von-der-afd-beantwortet-die-fragen-der-klimalounge/

    Schöne Grüße

  10. Ich schließe mich den Vorrednern an, ihr müsst die Leute einfach mal aussprechen lassen. Das Wort Respekt ist ja schon gefallen. Ich hoffe sehr, Hans kommt wieder zurück.

  11. Zum Audiokommentar von Fabian:

    Lieber Fabian,

    ich steige mal ganz krass ein und weise darauf hin, dass meine Gedanken nichts mit den Aussagen von Stefan zu tun haben, sondern nur auf deinen Kommentar abzielen.

    Personen, die – wie aktuell Du -, die linke Partei darstellen, sind der Grund, warum vor allem Ostdeutsche kaum noch „die Linke“ wählen. Du hast es wunderbar beschrieben, seit dem 2011er Beschluss… und nun ergänze ich, verlor die Partei in Ostdeutschland kontinuierlich an Wählerstimmen. Auch dein Hinweis, für dich wäre es okay, wenn unsere Grenzen für alle offen sein würden, ist für potenzielle Wähler in Ostdeutschland ein Problem.
    Linke Ostdeutsche mit ausreichend bis mittleren Bildungsniveau wählten in der Vergangenheit „die Linke“, weil „die Linke“ für die kleinen Leute stand. Ja, ich meine für die deutschen kleinen Leute. Heute mag „die Linke“ immer noch für die kleinen Leute stehen, aber Medial kommt das nicht mehr an. Ganz im Gegenteil, heute werden Ostdeutsche – die immer links wählten – als dumme, braune Ossis beschimpft. Auch von den Linken der Partei „die Linke“.

    Ich wundere mich nicht über den Umschwung zur AFD. Die AFD ist natürlich nicht für die kleinen Leute, ganz im Gegenteil, sie ist die schlechtere FDP, nur für reiche Menschen und ja, ausländerfeindlich. ABER sie hören zu und beschimpfen die „kleinen Leute“ nicht. Natürlich sind Ostdeutsche unlogisch, wenn sie die AFD wählen, aber wer hat jemals behauptet, dass Menschen logisch wären (ich glaube, Spock hats gesagt)?!

    Keine Sorge, ich wähle die AFD nicht, ich wähle aber auch kein „die Linke“ mehr, eigentlich wähle ich gar nix mehr.

    Mir ist bewusst, dass mein linkes Verständnis mit dem Nationalen kollidiert. Aber nur, weil ich möchte, dass es in erster Linie meiner deutschen Familie gut geht, bin ich nicht gleich ein rechter Spinner oder Nazi oder wie auch immer. Wird sowieso alles viel zu inflationär benutzt…und verliert in meinen Augen immer mehr an Bedeutung.

    Leider ist eine Diskussion darüber nicht möglich, weil deine und meine Einstellung an einem Thema kollidieren und scheitern. Das wird wohl auch immer so bleiben. Für die Gemeinschaft macht’s das leider nicht besser.

    Sahra Wagenknecht, Richard David Precht, Helmut Schmidt, Harald Schmidt, Robert Habeck, Bodo Ramelow, Dr. Plate. Steckt mir die Leute in eine Partei und ich wähle sie, da kann nur gutes raus kommen…

    …okay okay, ich hab es gerade selbst mitbekommen, Frauenquote nicht erfüllt…was solls;)…

    @Stefan/Tilo/Hans – Frage zur CDU/CSU: Was passiert eigentlich, wenn die CSU bei einer Bundestagswahl deutschlandweit unter die 5% Marke rutscht? Ist sie dann trotzdem im Bundestag vertreten? Es wäre witzig, wenn es nicht so wäre. Tja, wer wäre dann wohl stärkste Kraft in D…

  12. Hallo Tilo und Stefan,
    Betr. 3:07:00 Investition der Autokonzerne
    Da ihr euch ja ebenfalls sehr für neue Ideen des Wirtschaftens und der Energiegewinnung interessiert:
    Dieses start-up entwickelt eine echte CO2-freie E-Auto-Alternative
    https://sonomotors.com/de/
    und versucht das schier unmögliche:
    eine 50 Mio. Investition durch Crowdfunding innerhalb der nächsten 26 Tage. Bemerkenswert!

  13. Oha, ich freue mich immer so sehr wenn Hans bei Sendungen dabei ist aber dass ihr ihn wieder so doll abwürgt und ihn sogar dazu bringt die Sendung zu verlassen hätte ich ja nie gedacht. Was ist denn los mit dir Stefan, sehr seltsame Reaktionen heute? Der Anfang der Sendung (viel weiter habe ich noch nicht gehört) war wirklich seltsam.

    Achja, was mich sehr interessiert ist ja wieso ihr Hamburgs Bürgermeister Peter Tschenscher immer falsch benennt. Hab ich irgendwas was verpasst? 😀

  14. Ich bin so froh, dass Hans endlich Mal gegangen ist, hätte ich schon einige folgen vorher Mal so erwartet.

    Stefans in Diskussionen zu agieren geht immer nur nach dem Motto „wer schreit hat Recht.“ Null Respekt und nur laut rumpoltern.
    Leider geht Tilo auch gerne mit, vielleicht weil es sonst gar keine Chance mehr gäbe Mal auszureden.

    Ausreden lassen ist grundsätzlich nicht so euer Ding, es sei denn ihr redet selber. Hans lasst euch i.d.R..immer ausreden, aber gerade er wird kritisiert.

    Da wirkt es schon anmaßend wenn ihr andere Journalisten und Talkrunden kritisiert oder euch darüber lustig macht.

    Ja ich bin auch der Ansicht die GroKo wird voraussichtlich bis zum Ende bestehen wird. Das ändert aber nichts daran, dass Hans vollkommen Recht hat: das neue Führungsduo wurde gewählt mit der Hoffnung das es noch Änderungen geben kann/wird. Änderungen die mit Scholz wohl kaum zur Sprache gekommen wären, jetzt aber zumindest Mal auf den Tisch kommen. Und ja natürlich haben viele auch geträumt die GroKo würde ganz abgesägt, aber rational betrachtet wird das halt nicht passieren. Das ist es letztendlich was Hans gesagt hat und Stefan fährt ihm immer nur ins Wort, polterte Rum “ das ist deine Meinung Hans…“.

    Wäre sehr schön wenn ihr und hier insbesondere Stefan Mal etwas zurückrudern, andere ausreden lässt und eine vernünftige Bund erwachsene Diskussionskultur pflegt.

  15. Moin, ich mag ja eure Diskussionen. Aber nur, wenn ihr euch auch zuhört und ausreden lasst. Und das geht vor allem an Dich, Stefan.

    Grüße, Martin

  16. Es stört mich schon lange dass man Hans dauernd ins Wort fällt. Diesmal hat man den Bogen überspannt. Das ist nicht gut für den Podcast und Deutschland.

  17. Ganz kurz noch zu Hans. Natürlich hat Stephan im Wesentlichen Recht. Trotzdem. Mann kann eine andere Meinung haben und mann darf sie auch äußern. Thema Respekt. Nicht cool. – Habt Ihr die Wogen wieder geglättet??

  18. Hallo,

    es ist sehr schön das euer Podcast zunehmend an Popularität gewinnt und die ist auch gut so, weil ihr oft sachliche, fein argumentierte Inhalte und Meinungen habt. Ich höre euch euch seid Folgen die noch zweistellig waren. Finde aber, das ihr mal einen Schritt zurück gehen solltet in eurer „Meinungsdurchdrückmasche“ und euch wieder mehr Richtung respektvoller Diskussion und Debatte bewegen könnt. Ich verstehe Hans und wäre schon viel früher gegangen.
    Hoffe ihr bekommt den Dreh hin und findet entschuldigende Worte für Hans.
    Merci und viele Grüße

  19. Wie immer eine sehr gute Folge. Was mich aber wirklich stört, und wo ich Hans verstehen kann (auch wenn ich seine Argumente meistens nicht teile), ist diese Art, die Argumenten des anderen ständig mit einem spöttischen Lächeln abzuwerten bzw. so zu tun als ob das Wiederholen eines vorherigen Arguments ein echtes ersetzen würde. Egal wer hier im Podcast, alle sind intelligent genug, damit es eben nicht nötig ist, Argumente zu wiederholen, als ob der Andere nicht in der Lage wäre, die zu kapieren. Man muss einfach auch akzeptieren, dass es eine andere Sicht auf Themen gibt. Das ist ja das spannende an diesem Podcast, ihr gebt mir im optimalen Fall drei verschiedene Perspektiven, da muss man sich nicht auf eine einigen. Aber auch ich muss manchmal eine Pause beim hören machen, weil mir diese spöttische und arrogante Diskussionsführung von Stefan nervt. Also, reißt euch am Riemen, ich brauche euch 😉 LG, Egon

  20. Stefan, du bist Hans mehrfach ins Wort gefallen.
    Und dann seine Ansicht über die Vorstellung der Borjans/Esken Wähler als nicht existent mit deinem „Nein“ abzutun war ein unfeiner Zug.
    Ich hoffe Hans macht weiter, denn er bringt Vielfalt.

  21. Uff, Hans‘ Abgang ist natürlich ein Downer, aber leider auch überfällig. Diesen „Eklat“, wie es ein Journalist seiner Schule vielleicht ausgedrückt hätte, hättet ihr im Vorhinein verhindern können, völlig losgelöst davon übrigens, wer jetzt in der GroKo/SPD-Sache Recht oder Unrecht hatte. Einzig Hans‘ Größe ist es zu verdanken, dass er nicht schon früher mal so reagiert hat. Sorry, mit dieser erwartbaren Kritik müsst ihr nunmal leben, abgedroschen hin oder her.

    Nach einer mehr als dreistelligen Anzahl gesehener Aufwachen!-Episoden finde ich, dass in der letzten Zeit eure Podcasts, speziell die ohne Beteiligung von Prof. Jessen (oder Theiler), qualtiativ abfallen. Ein ernstes Zerwürfnis wäre also ein ziemlicher Verlust fürs Format. Ich komme da nicht drumrum Namen zu nennen. Besonders Stefan fällt überproportional häufig mit einem Diskussionsverhalten auf, das auf mich rechthaberisch und selbstherrlich wirkt, diese Episode war ein Beispiel dafür. Gönnerhaftes Belächeln abweichender Positionen oder demonstrativ zur Schau gestelltes Desinteresse stoßen mir auch regelmäßig auf.

    Elementare Gesprächsregeln sind übrigens erlernbar. Ich empfehle daher, ganz ernst gemeint, mal ungefragt einen Crashkurs in Sozialer Kompetenz oder gewaltfreier Kommunikation. Das hat nix mit Konsenszwang oder ähnlichem zu tun, es geht einfach um die Voraussetzungen für einen fairen Schlagabtausch bei Meinungsverschiedenheiten.

    Außerdem: „Familien-Podcast“ schön und gut, ich kann ja sogar irgendwie nachvollziehen, dass Stefan für sich in Anspruch zu nehmen scheint, den „blöden Berliner Millenials“ die Perspektive des durchschnittsdeutschen Familienvaters entgegenzuhalten, meinetwegen. Und dass nebenbei die Ikonen des Spieß-, Klein- und sonstigen Bürgertums (von Hirschhausen, Michael Bay, Disney, van Buuren, Rieu, normalerweise Lanz) von ihm abgefeiert werden, find ich ja auf erfrischende Weise wieder durchaus amüsant. Wenn andererseits aber erschreckend unselten Stammtischgerede dabei rumkommt…naja, davon gibt es meiner Ansicht wirklich mehr als genug in dieser Gesellschaft, ich würde es in einem medienkritischen Podcast nicht unbedingt vermissen.
    Stefan Detjen – okay, seine Meinung bzgl. Rezo mag unsäglich verbohrt sein – hat vielleicht doch auch irgendwo einen Punkt, wenn er den Verbrüderungsgestus mit dem Publikum kritisiert. Dieses „Ich bin der Anwalt der medial unterrepräsentierten Normalos“ ist mir ebenfalls nicht so ganz koscher, manchmal.

  22. @Stefan 7. Dezember 2019 um 18:15 Uhr:
    Sind keine Zitate. War ein Versuch, die Haltung, die ich aus sehr vielen eurer Podcasts recht deutlich herausgelesen hab, auf wenige Worte runterzubrechen und vom Text abzusetzen. Bemerke jetzt beim zweiten Lesen, dass es aber missverständlich rüberkommen kann, sorry. War keine Absicht, Dir, Stefan, Worte in den Mund zu legen.

  23. Eins vorweg, ich bin großer Hans Jessen Fan.

    Aber ich finde nicht das Stefan sich großartig falsch verhalten hat. Dieser Podcast besteht auch als Gegenpol zu den Mainstreammedien. Diese pathologische Fixierung auf das GroKo-Thema nervt alle politischen Beobachter*innen, soll es doch Ablenken von wichtigen Inhalten. Hans hat Stefan nicht verstehen wollen und vielleicht aus alter Loyalität sich auf die Seite seiner alten Kolleg*innen gestellt.

    Trotzdem wäre es diplomatisch gesehen wesentlich geschickter gewesen von Stefan Hans ausreden- und sich selbst demontieren zu lassen bzw. die Demontierung von einer Ebene wirken zu lassen die nicht angreifbar ist für vermeintliche Respektlosigkeit.

    Habe Hans noch NIE so schwach erlebt, fast schon verblendet, wie in dieser Debatte.

    Schade schade… ich hoffe ihr vertragt euch, sonst wirds wirklich unatraktiver Aufwachen zu hören! Wesentlich!

  24. Da hier alle so auf Stefan einprügeln, möchte ich ihn doch in Schutz nehmen: für mich war es in diesem Fall eher Tilo, der Hans notorisch unterbrach.
    Und ja, Stefans Art kommt hier häufig herablassend, fast schon arrogant rüber – aber so ist er eben, oder besser: so hört er sich hier eben an, das kennen wir doch.

    Es gibt jetzt ja gerade lauter gute Ratschläge (was man ja immer unbedingt braucht) und ich möchte mich mit einem an Stefan anschließen: Wenn du im Podcast mit Lynn oder Jenny sprichst, hast du einen völlig anderen Tonfall, rücksichtsvoll, zurückhaltend, überhaupt nicht von oben herab.
    Natürlich spricht man mit jedem anders, aber wenn du ein bisschen was von deiner Lynn/Jenny-Form auf Hans übertragen würdest, wäre glaube ich allerhand gewonnen.
    Itt jeht doch – würde der Berliner sagen.

    Ansonsten gibt es nichts zu kritisieren, ich freue mich auf jede Folge und bin heilfroh, dass ich euch entdeckt habe (ist noch gar nicht sooo lange her)!

  25. Stefan ist ein arroganter Pinsel, der dick austeilen kann, aber ziemlich empfindlich ist. Schätze, ersteres weiß er auch. Hans ist tatsächlich sehr geduldig, aber auch sehr uneinsichtig. Schätze, letzteres weiß er nicht. Warum sollte Stefan Hans ausreden lassen, wenn seine weitere Ausführung absehbar auf das hinaus läuft, was er zuvor schon drei mal ausgeführt hatte? Es ist vielmehr ein Akt der Höflichkeit, ihn zu unterbrechen und darauf hinzuweisen, dass seine Ausführung angekommen, aber leider dennoch vollkommen abwegig ist und auch nach der fünften Ausführung nicht an Überzeugungskraft gewinnen wird.

    Die heilige Pflicht des „Ausreden-lassens“ ist ohnehin sehr überschätzt und bloß abgeleitet aus Diskussionen von Leuten, die nicht mehr zu diskutieren verstehen. Sie gilt nur dort, wo gegeneinander, nicht miteinander diskutiert wird. Sie ist Ergebnis der Debatten-Kultur verblödeter Talkshows. Sie dient dazu, jedem die Möglichkeit zu geben, seinen Standpunkt auszuführen und so ein vermeintliches Gleichgewicht der Positionen herzustellen. Das Ziel einer echten Diskussion aber sollte das gerade nicht sein! Ergebnisorientierte Diskussionen (ja, dieser eigentlich irre Begriff ergibt in diesen irren Zeiten leider tatsächlich Sinn) streben gerade danach, gemeinsam das vermeintliche Gleichgewicht zu einer Seite zu verlassen. Die Technik des Unterbrechens und Sich-unterbrechen-lassens ist dabei eine äußerst hilfreiche und nützliche Technik. Da sie sich freilich sehr leicht ausnutzen lässt, verlangt sie sehr viel Vertrauen. Ebenfalls eine Kulturtechnik, die leider sehr auf dem Rückzug begriffen ist. Statt Vertrauen und principle of charity ist heute das Ausreden-lassen heilig, weil zu Wort kommen, alles ist, was in der Aufmerksamkeitsökonomie zählt. Diese Pflicht passt nur zu gut in unsere Zeit des formalen Gleichgewichts, das zu nichts anderem dient, als reales Ungleichgewicht zu verschleiern… aber das ist ein langes Lied.

  26. @stefan: Verstehe nicht, wie jemand mit einer derartig unsympathischen Ausstrahlung und einem unerträglichen Verhalten es überhaupt geschafft hat, dass Menschen seien Nähe erdulden (Geld? Tür abgeschlossen?). Weiterhin ist es mir unerklärlich, wie eine seriöse Zeitung jemals den Glauben haben konnte deiner Dienste bedurft zu haben.

    Es ist mMn nicht schlimm, sich in einer hitzigen Diskussion im Ton zu vergreifen, aber danach noch eine die Situation ins lächerliche ziehende Entschuldigung zu äußern, disqualifiziert dich als ernstzunehmenden Diskussionsteilnehmer und als reifen Menschen.

    Bist du nicht fähig Fehler einzugestehen und Respekt ggü Menschen zu zeigen (, welche wesentlich mehr „erreicht“ haben als du [in jeglicher Dimension])?

    Solltest du in Zukunft den Podcast alleine machen bzw. mit dir nach dem Mund redenden Lakaien (, die dann natürlich auch ein bisschen freundlicher behandelt werden [diet]), war es das für mich.

    Gruß

  27. Die beiden spielen in dieser Geschichte mit:
    Eine Gruppe von Menschen sitzt in einer aufblasbaren Rettungsinsel, dicht an dicht, auf dem offenen Meer treibend. Die Schiffbrüchigen hoffen auf baldige Hilfe. Plötzlich hört jemand ein leises Zischgeräusch, dann noch jemand und noch jemand. An unterschiedlichen Stellen rund um die Rettungsinsel sind kleine Löcher im Gummi entstanden. Klein genug, um sie mit einem angefeuchteten Finger zuzuhalten, aber groß genug, dass die Insel langsam Luft verliert.

    „Halten Sie mal das Loch da direkt vor ihnen zu!“ ruft einer, und der Angesprochene entgegnet: „Da bei ihnen pfeift es doch auch, halten Sie doch erstmal ihr Loch zu!“ Einige wenige drücken ihre Zeigefinger schon krampfhaft auf den Gummi, doch es zischt und pfeift noch an diversen Stellen. „Mir tut jetzt schon die Hand weh!“, stöhnt jemand, „ihr Loch ist doch viel größer als meins! Machen sie erstmal das zu!“ Die angesprochene Frau stellt sich taub und sucht lieber angespannt den Horizont ab.

    „Das mit den Fingern bringt doch nichts und ist auch viel zu anstrengend!“, versucht ein Mann im Anzug die Debatte in eine andere Richtung zu lenken, „was wir brauchen, ist eine gute Idee! Hat nicht irgendjemand eine gute Idee?“ Stille. „Bis wir eine Idee haben, sollten wir erst einmal gar nichts tun. Nur Innovation kann uns retten!“ Statt einer Antwort hört man weiterhin nur leises Zischen.

    Dann plötzlich vielstimmiges Stimmengewirr: Irgendjemand fragt, ob nicht jemand Fahrradflickzeug dabei hat. Eine Frau mittleren Alters erklärt laut und bestimmt, sie werde ihr Loch demnächst zuhalten, sie müsse nur vorher noch eben ihre Fingeryoga-Übungen abschließen. Einer ruft, sein Loch sei doch viel später entstanden als die anderen, die sollten jetzt erst einmal in Vorleistung gehen.

    Ein weiterer erklärt mit drohendem Unterton, er werde sein Loch erst dann zuhalten, wenn ihm zugesichert werde, dass er eine Extraration von den Wasser- und Lebensmittelvorräten bekomme. Ein Mann mit rotem Kopf schreit wütend, er sei diese Hysterie leid, alle sollten jetzt gefälligst mal die Klappe halten. Unterdessen wird der Rand der Rettungsinsel langsam weicher.

  28. @Olé
    Hast du Belege dafür, dass „Die Linke“ Ostdeutsche beleidigt statt Nazis?

    Oder findest du, dass man gezielt Ostdeutsche beleidigt, wenn man sagt „Scheiss Nazis“? Zwinkersmiley!

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