A!348 – Kriegsspiel

Freitag, 21. Dezember 2018, 19:20 Uhr

Ein Schachspiel dauert sieben Stunden, macht schlank, hat Züge “von denen man nicht zu träumen wagt”, fühlt sich manchmal an wie Krieg und geht dann doch nur unentschieden aus. So jedenfalls die Expertenmeinung. Reden wir aber auch mal über die Welt, in der dieser Halligalli stattfindet: In den nächsten zehn Jahren fehlen der Welt ungefähr 379 Mrd. Big-Mac-Kilokalorienäquivalente, weil wir das Getreide in Tanks und Tiermägen stecken und das Wetter nicht risikogemanaget bekommen. Und dann frisst der Wolf auch noch unsere Schafe!!! Frohes Fest, wünscht auch Mathias.

Wir danken unseren Produzenten Bastian, Mathias, Julian, Philip, Falk, Martin, Stefan, Stephan, Franz, Josef, Florian, Konstantin, Martin, Felix, Friederike und allen unseren Unterstützern.

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17 Gedanken zu „A!348 – Kriegsspiel“

  1. Betr.: Relotius und die Mehrfach-Deja-Vus
    Wie immer werden die Warner und “Aufmerksamen” dann zitiert, wenn es (wieder mal) zu spät ist. Die Fälle Born (RTL), Heidemann (Stern) oder der internationale Vorgänger Relotius’, Stephen GLASS, der Mitte der 90er Jahre das renommierte Nachrichtenmagazin “New Republic” durch ausgedachte Bedeutungslosigkeit reportierte, zeigen: In schöner Regelmäßigkeit wird aufgedeckt, sich echauffiert bis irgendwann der nächste Fall bekannt wird. Es ist einfach Systemimmanent.

  2. Tilo du hast doch schon hier gesagt dass Ihr nicht alles in z.B. dem Hebron Video gezeigt habt. Das war einerseits okay weil so sehr ich mir auch vorgenommen hatte es in einfacher Geschwindigkeit zu gucken und den vorvorletzten Samstag Nachmittag komplett dafür Zeit zu nehmen, stand dort letztlich doch 1,5. Hierbei fehlten mir dann aber doch die Wege, insbesondere teilweise die Übergänge, was ja dann sehr deutlich wurde als der “I will fight and die for my country” Breaking the Silence Mann mit Watschelgang erzählte dass ihr dort ja eben lang gefahren wärt.
    Das hat leider so für das ganze verstehen, gerade auch weil du die Karte nicht immer gefilmt hast, etwas erschwert.

    Aber alles in allem, was mir natürlich am intensivsten im Gedächtnis bleiben wird, ist wie zahm, nachhaltig und sane im Vergleich zu seinem Dienst anno 02 doch noch die Kubricksche Antikriegsfilmrealität war:
    https://www.youtube.com/watch?v=Aqz3zTpYIKk .

  3. Tilo: “Was ist denn das für eine Marktwirtschaft, wenn der Bauer sagt: Ich weiß nicht, was ich für einen Preis ich bekomme.”
    Stefan: “Das ist keine Marktwirtschaft.”
    Also Ihr beiden seid mir ja echt zwei Wirtschaftsexperten. Das Kennzeichen einer Marktwirtschaft ist nicht, dass sie berechenbare und auskömmliche Preise für die Anbieter sicherstellt, sondern dass sich der Preis spontan durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage regelt. Ihr seid vermutlich etwas verwirrt, weil unsere Wirtschaftsform “Marktwirtschaft” genannt wird, obwohl sich nur wenige Preise tatsächlich völlig dereguliert bilden. Und euch ist wahrscheinlich nicht bewusst, dass Ihr mit eurem Ruf nach Preissicherheit für die Bauern wieder neue Subventionstatbestände einfordert.

    Ihr habt aber aus Versehen recht: im Agrarbusiness herrscht tatsächlich wenig Marktwirtschaft. 6,5 Mrd € Agrarsubventionen werden dieses Jahr in Deutschland ausgezahlt. Die Bauern beziehen bis zu 80% ihrer Einnahmen aus Subventionen, im Schnitt 60%. D.h. alle Bauern sind praktisch Aufstocker. Marktwirtschaftlichere Preise in Bereichen wie dem Zuckerbusiness kommen direkt den ärmeren Ländern des Südens zugute. Die Zuckerquote, deren Wegfall Ihr bedauert, hat die reichen EU-Bauern vor den armen Bauern des Südens geschützt. Noch immer verkaufen die deutschen Zuckerrübenanbauer aber wegen der Subventionen weit über Weltmarktpreisniveau. Es gibt beim gegenwärtigen Entwicklungsstand wenig, womit die armen Länder sich bei uns was dazuverdienen können. Zucker würde ohne unsere Importblockade namens “Agrarsubventionen” dazugehören.

    Ich wünsche mir fürs neue Jahr, dass Ihr eure Sensibilität für unseren permanenten Handelkrieg gegen die armen Südländer immer weniger durch die Mainstream-Berichterstattung vernebeln lasst.

  4. Empfehlung: “Traue” und “glaube” niemandem, der sich nicht anders zu helfen weiß, die Argumente seiner Gegner zu entkräften, als auf das Alter oder die Einrichtung derselben zu verweisen oder was ihm sonst der Zufall in Zukunft noch so gerade darbieten wird, aber nur äußerst wenig bis gar nichts mit der eigentlichen Argumentation zu tun hat!

    Es ist wirklich schade Stefan! Ich schätze deine brillanten Politikanalysen, dein klares und unverstelltes Eintreten für deine von mir meist geteilten Überzeugungen und deine scharfe und richtige Kritik am Medienbetrieb. Warum aber lässt du dich zu diesem Quatsch hinreißen anstatt dich auf einen ernsthaften Diskurs, d. h. ein ernsthaftes Erwägen der jeweiligen Argumente einzulassen?

    ( … Nein, tust du nicht, und dein vermeintlicher Gegner ist dir in dieser Hinsicht bereits weit voraus und lässt dir damit seinen Respekt zukommen: https://youtu.be/mdchIFjToG8?t=4893. Tue es im gleich!)

  5. 1. Tilo liest Spiegel. Empfiehlt Tilo seinen Unterstützern Spiegel zu lesen? Was empfehlt ihr als Lektüre neben ihren Produktionen?

    2. Welche Lücke füllen Krautreporter, correctiv und co? Füllen sie überhaupt eine? Welche traditionellen Medien (“Blätter”, ..?) liefern ähnliche Formate?

    3. Wie sieht eure Vision des besten und demokratischsten Nachrichtenmediums aus? Wie steht ihr zu ihrer Umsetzung?

    Danke

  6. Zum Thema Uhr als Geschenk für Hans habt ihr bestimmt schon viele, kompetentere Hinweise bekommen. Falls nicht: Uhren sind ein weites Feld. Späht doch erstmal aus welche Uhren er schon hat. Dann wisst ihr welche Art Uhren er mag und ihr könnt von da ausgehend etwas suchen das ihm dann auch gefällt.

  7. Zusätzlich zu der subventionsproblematik, die Landkartoffel schon thematisiert hat, und welche den Weltmarkt zuungunsten ärmerer Länder verzerrt, gibt es noch einen haufen weiterer Probleme in der Agrarwirtschaft.

    Inter anderem:

    Saatgutspekulationen, die zu Preisinstabilitäten führen, des weiteren Wetterveränderungen die zu Ertragsschwankungen führen.
    Saatgutmonopole,
    Umweltbelastung durch die Tierhaltung und Düngemittel,
    Urwaldabholzung für die Tierhaltung.
    Überhaupt ist die agrarwirtschaftliche Tierhaltung unglaublich ressourcenaufwändig und ökonomisch wie ökologisch (meiner Meinung nach) nicht sinnvoll.

    Wenn einer für all diese Probleme mit einer einfachen Lösung ankommt, dann wirkt das unglaubwürdig. Allerdings gibt es viele Leute und Organisationen die an Teillösungen arbeiten, bzw an der Umsetzung dieser.

    Vielleicht könntet ihr das mal thematisieren, oder noch besser mal einen ganzen Podcast der Agrarwirtschaft und Welternährung widmen. Ich find das Thema unglaublich spannend, wichtig und leider viel zu wenig thematisiert.

    Obwohl für 2008 extra ein Weltagrarbericht erstellt wurde, mit dem versucht wurde Lösungen zu finden und in dessen Rahmen Vorschläge gemacht wurden, die leider kaum umgesetzt wurden und von der Bundesregierung nicht mal unterzeichnet.

    Würde mich auf jeden Fall freuen!

  8. KI

    Was hier alles als KI durchgeht ist schon erstaunlich… eine Heatmap für Taxis anhand von Buchungs- bzw. Nutzungsdaten zu erstellen ist nichts weiter als die stochastische bzw. statistische Auswertung einer umfangreichen Datenbank. Ziemlich profan wenn ihr mich fragt…der Mensch als „Gewohnheitstier“ macht das ganze sogar beeindruckend präzise und effizient.

    Ein komplexer Logarithmus ist im Gegensatz zu demjenigen der ihn schreibt, noch lange nicht intelligent.

    Wie definieren wir also Künstliche Intelligenz?

  9. Hallo Stefan & Tilo,
    zum Thema Wolf gibt es einen recht ausgewogenen Artikel in der ZEIT vom 27.12.18 (S.14).
    Mindestens 35 Wölfe wurden demnach seit dem Jahr 2000 illegal getötet. Die meisten Wölfe sterben jedoch durch Autos (Diesel?).
    Und offenbar wurde doch schon einmal ein Kind von einem Wolf getötet, allerdings vor über vierzig Jahren.
    Kanntet ihr schon die drei „S“?
    Schießen, schaufeln, schweigen…
    Ein waches neues Jahr wünscht euch Jan

  10. Hallo!

    Ganz kurz nur zur Schach-WM: Für Laien wie mich sind die Partien wirklich undurchschaubar und das alleinige Zusehen birgt wenig Spannung. Anders ist es, finde ich, wenn man sich eine Spielanalyse dazu ansieht. Es gibt auf YouTube diverse Kanäle, die regelmäßig Schachpartien sehr ausführlich beleuchten, darunter auch alle WM-Partien, sowie die fast noch spannenderen Spiele zwischen AlphaZero (der KI) und Stockfish (der etablierten Schachengine, die für sämptliche Analysen in der Schachwelt genutzt wird). Während die WM-Spiele auf einem quasi maschinellen Niveau, also ohne jegliche Fehler, gespielt werden, sind die KI-Spiele auf einem Niveau jenseits des menschlich möglichen perfekten Spiels. Alleine zum darüber staunen finde ich es bereits lohnenswert, sich das ein oder andere Spiel anzusehen.

    Als Beispiel das “ChessNetwork”: https://www.youtube.com/watch?v=iWP0ggStlVA

    Viele Grüße!

  11. Da ich bei J&N keinen Kommentar abgeben kann, auf diesem Wege eine Anmerkung zu Benny Ziffer: Lest doch bei Gelegeneheit mal MacBeth. Gibt es jetzt in einer modernisierten Form von Jo Nesbo. Ich glaube, dann wird vieles klarer, was so abläuft in Gottes eigenem Land.

  12. Ich kann Schachi nur zustimmen.
    Es mag sein, dass der Popularitätszuwachs an Magnus Carlsen liegt aber ich denke ein weiterer Aspekt ist, dass durch das Internet der Sport sehr viel leichter zugänglich ist als früher. Ich erinnere mich: früher musste man in verrauchten Hinterzimmern von Kneipen gegeneinander antreten und die Informationen über Wettkämpfe waren höchstens am Bahnhofskiosk zu erhalten. Heute kann man das alles im Internet ansehen. Außerdem gibt es neue Arten wie zb das banterblitz oder Geschwätzblitz wo Schachmeister gegen Laien antreten und währenddessen ihre Pläne erläutern und oft auch interessante andere Sachen…
    https://www.youtube.com/watch?v=7CcUEGSrwxE
    Schachspieler zu dissen ist sicher leicht aber das sind eigentlich zu niedrig hängende Früchte oder?
    Etwas Demut kann nie schaden oder einfach mal jemanden fragen der sich damit auskennt.
    Gruß

  13. @Marcel: Wirf doch mal einen Blick in ein Standardwerk der Informatik: Artificial Intelligence – A Modern Approach
    Das Buch fängt mit Algorithmen wie der Breitensuche an, also Zeug, das man selbst im Informatik Grundkurs der gymnasialen Oberstufe bereits lernt. Geht auch bereits als KI durch.
    Der Begriff künstliche Intelligenz wird halt in der Informatik benutzt, um diesem Werkzeugkasten einen Namen zu geben – dass Leute außerhalb der Informatik sich etwas anderes darunter vorstellen, ist nicht weiter schlimm. Das zu beklagen wäre so, als wenn du dich darüber empörst, was in der Informatik als Baum durchgeht. https://de.wikipedia.org/wiki/Baum_(Graphentheorie)

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