A!329 – Landesvaterschaftstest

Dienstag, 16. Oktober 2018, 14:33 Uhr

In Bayern wurde gewählt. Es wurde mehr und konservativer gewählt. Die Grünen haben im Nullsummenschlachtfest der “Progressiven” den Längeren gezogen. Die Linke hat trotz Verdopplung die Fünf-Prozent-Hürde verpasst. Und die SPD ist auf Platz fünf ziemlich nah dem Tod. So wie auch der ganze Planet. Vergangene Woche waren Weltklimafestspiele. Ingo Zamperoni hat es jedenfalls so verstanden und uns die Polkappen, die Wüsten und Küstenstreifen der Welt gezeigt. Wo Klima eben ist: Nicht hier, nicht wir. Dazu Musik von Mathias und Markus und Audiokommentare.

Wir danken unseren Produzenten Yvonne & Sebastian, Maria und allen unseren Unterstützern.

Der Aufwachen! Podcast endete mit Ausgabe 444. Ihr findet Stefan beim Fernsehpodcast und Tilo bei Jung & Naiv.

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Mathias
Musik

16 Gedanken zu „A!329 – Landesvaterschaftstest“

  1. Hier eine schöne Podiumsdisskussion mit Frank Schirmacher.
    Das 1. Statement von Frank Schirmacher sollte sich jeder anhören der glaubt das die AFD das Problem in Deutschland ist. Ich meine es ist eine Systempartei die entstehem musste um den Rechten Rand einzufangen und unsere Gesellschaft weiter zu spalten.

  2. Ich empfehle zum Thema Bayern/Landtagswahl Jenny’s Podcast “Bayernwahl D-Day für die csu” mit Thomas Brandt. Fasst das Thema natürlich auch nicht ganz, aber ist das beste zu dem Thema (Bayern, CSU), was ich in den letzten Jahren gehört habe.
    Sonst gute Aufarbeitung der Wahl, freu mich immer, auf Dienstag und Freitag 🙂

  3. Hallo Stefan,
    ich fand deinen Hinweis in puncto “Wirtschaftsnobelpreis” interessant. Ich habe einen Link dazu von Ulrike Herrmann, die in einem Artikel in der Taz dazu schreibt, dass der Preis eigentlich von der schwedischen Reichsbank vergeben wird und demnach nicht unbedingt als wissenschaftlich unabhängig anzusehen ist. Das sollte man vielleicht bedenken, auch wenn der Beitrag des Preisträgers ökologiefreundlich wirkt. Siehe also dazu:
    http://www.taz.de/!5435218/
    Beste Grüße
    Susanne

    1. Kein Preis ist unabhängig. Beim aktuellen Friedensnobelpreis fragt man sich, was er mit Frieden zu tun hat. Beim aktuellen Literaturnobelpreis fragt man sich, warum er nicht vergeben wurde. Beim aktuellen Wirtschaftsnobelpreis kommt ständig dieselbe Geschichte, dass der Preis nicht von Alfred kommt, sondern von der Bank. Ich sage: Ist doch egal. Seine Bedeutung wird im Maßstab der Aufmerksamkeit gemessen. Und die macht ihn zum wichtigsten Wirtschaftspreis, egal wie er heisst.

  4. @Klima
    als Geologe, der sich mit Paläoklima (Klima vergangener Zeiten der Erdgeschichte ) beschäftigt hat vielleicht ein kleines Beispiel um die Gefahr kommender Katastrophen zu verdeutlichen.
    Bisher dauerten Erwärmungen der Erde um 1 Grad + – 1000 bis mehrere 1000 Jahre (siehe auch Wikipedia Diagramme unter Klimawandel ), in der Erdgeschichte normalerweise oft noch viel länger, was bereits zum verschwinden von immerhin der Landbrücke nach England, Völkerwanderungen und was es so an Katastrophen – Szenarien gibt, geführt hat. (Vom verschwinden unzähliger Arten zu schweigen ), wo soll es denn dann nun hingehen.
    Während der letzten Eiszeit war der Weltmeeresspiegel + – 100 Meter (ca. 80 m – 120 m ) tiefer !!! und in den Warmen oder von mir aus auch „normalen“ Zeiten der Erdgeschichte in der Regel ganz Norddeutschland (Dänemark gehört sowieso unter Wasser ) überflutet. Wenn wir jetzt in weniger als 100 Jahren bereits 0,5 Grad geschafft haben und für die nächsten 80 Jahre nochmal 1,5 Grad drauf packen dann können unsere Kids oder Enkel wohl, je nach Alter, in der norddeutschen Rübensteppe demnächst Reusen aufstellen, dann gibt es wenigstens wieder Fisch.
    Was für tipping points in welcher Reihenfolge so kommen mögen kann jeder inzwischen bei Wikipedia nachlesen: Umkippen oder Ausbleiben des Golfstromes, Schmelzen des grönländischen Eisschilds, Schmelzen des arktischen Innlandeises, Abtauen des tibetischen Hochlands, Unterdrückung der atlantischen Tiefenwasserbildung, Unterdrückung der antarktischen Tiefenwasserbildung, Schwächung der marinen Kohlenstoffpumpe, Änderungen von El Niño, Antarktisches Ozonloch, Ozonloch über dem Nordpol, Rückgang der borealen Wälder, Störung des westafrikanischen Monsuns, Ergrünung der Sahara und Versiegen der Staubquellen, Austrocknen des amazonischen Regenwalds usw.

    Wie eine moderne Industriegesellschaft, wie Deutschland, dies beispielhaft für den Rest der Welt, in den nächsten Jahren verhindern will, erscheint mir bei dem derzeitigem Tempo und Engagement doch noch rätselhaft, E – Autos allein werden wohl nicht reichen.
    Mir kommt das ganze manchmal so vor wie das Verhalten von Kleinkindern beim Verstecken spielen. Ich halte mit die Augen zu dann sehe ich euch (das Klimaproblem ) nicht und das Problem sieht mich nicht und findet mich auch nicht. Oder auch euer, Tilos und Stefans „nicht hier nicht wir“, verhalten.

    So, wollte meinen Senf als Geologe auch mal zum Thema Klima dazugeben, wenn auch an dieser Stelle unwissenschaftlich. Aber die vorsichtigen Äußerungen Karriere geplagter Wissenschaftler hörte und höre ich seit Beginn meines Studiums, und das war 1977, die ja teilweise erst im letztem Jahrzehnt zugeben wollen, dass wir ein „kleines“ Problem bekommen werden bzw. schon haben. Wir hatten damals während des Studiums noch Exkursionen in die Asse, während derer in Diskussionen über aufkommende Probleme mit eindringenden Wässern diese Probleme schlicht weggewischt wurden. („Die – die Salzstöcke – liegen hier seit Jahrmillionen, was soll da passieren“, wurde uns als fragenden Studenten erklärt), das kann man ja jetzt mal südöstlich Braunschweigs vortragen.

  5. Hallo Tilo und Steffan.

    Damit ihr nicht weiter im Ungewissen seid, was jetzt aus Thomas Baumann wird.
    Er wird zum RBB wechseln. Dort soll er redationeller Leiter der politischen Talkformate des rbb Fernsehens werden.
    Ich hoffe ihr könnt jetzt wieder ruhig schlafen 😉
    LG

    1. Also das es beim ZDF zum Stühlerücken kommt, wussten wir. Dass es auch bei der ARD Veränderungen gibt, verwundert mich. (Wir waren also nicht im Ungewissen, sondern gänzlich unwissend.)

  6. Euch ist nicht aufgefallen, dass Schönborn den schlechten Wert von 30% der Bayern-SPD imho völlig falsch deutet.

    Er sagt: “Dieses Thema ‘soziale Gerechtigkeit’ ist offenbar für viele Wähler nur noch eine Chiffre. Sie verstehen nicht, was die SPD ihnen damit eigentlich anbieten will.”

    Wenn er seine eigene Überschrift liest, sieht er, dass die Wähler hier NICHT ein Wahlkampfthema der SPD nicht “verstehen”, sondern dass sie die Kompetenz der SPD beim Thema soziale Gerechtigkeit ernsthaft anzweifeln.

  7. Die Schließung des Forums kommt sehr überraschend. Wäre es möglich, nochmal für ein, zwei Tage den Zugang zu ermöglichen, damit man ein paar Infos sichern kann?

  8. Moin Ihr Beiden,

    ich mal wieder mit einer Ergänzung. Der DLF-Podcast “Eine Stunde was mit Medien” hat gestern das Thema Klimawandel und Journalismus aufgegriffen – und kam zu ähnlichen Ergebnissen wie Ihr. Besonders spannend war ein Gespräch mit dem Kommunikationswissenschaftler Mike Schäfer (Uni Zürich) zum Thema Framing und “Nicht wir, nicht hier”-Darstellungen, wie Stefan das so treffend nennt. Er berichtete von US-Forschungen, nach denen man die Nachrichten-Konsumenten am ehesten für das Thema gewinnen kann, wenn man über die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels für jeden von uns gehen würde. Hörenswert:

    https://www.deutschlandfunknova.de/eine-stunde-medien

    Das Gespräch startet ca. bei min 15, das Gespräch davor ist aber auch interessant.

    Viele Grüße
    Holger

  9. Also wenn wir als Ausländer uns alle so verhalten wie der Kommentator aus Afghanistan, der sich bei dunkler Hautfarbe (meine ist auch nicht weiß) wundert und gar beschwert wenn ihn Mitbürger sagen, dass er gut deutsch spreche, dann braucht man sich wirklich nicht wundern, wenn man sich ausgegrenzt fühlt. Ich sehe das als Kompliment und kenne persönlich keinen, der mich deshalb nicht “akzeptiert”.
    Also was sollen die Deutschen denn noch machen? Sich demütig zurück ziehen und ihre Kultur, welche selbstverständlich unterschiedlich ist, auch innerhalb Deutschlands, unterdrücken?
    Ich glaube ein Deutscher würde auch erstmal Blicke auf sich ziehen, wenn er in Afghanistan ist. Das heißt doch noch lange nicht, dass man nicht akzeptiert wird.
    Ich habe das Gefühl, mancheiner steht sich selbst dabei im Weg, hier anzukommen.
    Ich habe mittlerweile wirklich schon fast Mitleid mit denjenigen Deutschen, die über offensichtliche Unterschiede beispielsweise ein Gesprächsthema finden wollen um eben diejenigen in die Gemeinschaft zu integrieren.
    Unglaublich, wie man sich selbst so ausschließt. Ich jedenfalls freue mich immer wenn ich auf meine Herkunft, die nunmal nicht wegzudenken ist, angesprochen werde, um Interesse an mir zu bekunden. Aber so wie du lieber Mitbürger – stammend aus Afghanistan – dich verhältst, trägst du selbst zu deiner Ausgrenzung bei.

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