A!026 – Fragen an Elmar Theveßen, Nachrichtenchef des ZDF

Donnerstag, 18. Juni 2015, 13:48 Uhr

Wir schauen heute nichts, sondern reden mit Elmar Theveßen über seine Biographie als Journalist und Terrorismusexperte, über den Kampf der Nachrichten gegen die Unterhaltung im größten öffentlich-rechtlichen Sender Europas, über die Alterskluft des deutschen Publikums, die Verknüpfung von Terroristenbiographien und weltpolitischen Entwicklungen, Fifa-Geld, CDU-Einfluss und Urteile des Bundesverfassungsgerichts.

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15 Gedanken zu „A!026 – Fragen an Elmar Theveßen, Nachrichtenchef des ZDF“

  1. Die Frage nach Griechenland ging wohl unter… 🙁
    Außerdem finde ich es erstaunlich, dass in den Hauptnachrichten anders “geurteilt” wird als in “Recherche”-Formaten. So in der Art: Wie es wirklich ist, seht ihr erst, wenn ihr schlafen seid…
    Nur weil es verschiedene Meinungen gibt, gibt es nicht mehrere “Wahrheiten”…

    Übrigens könntet ihr auch die eben gelaufenen Nachrichten auf dem BR-Fernsehen anschauen, was da wieder über Griechenland verbreitet wurde. Einfach nur traurig.

    1. Damit ist glaube eher gemeint, dass sie in Hauptnachrichten einfach nur berichten was passiert ist oder jemand sagt. Das führt dann vielfach zu einer Desinformation, weil einfach Politiker oder allgemein Aussagen von Pressemitteilungen wiedergegeben werden ohne sie näher zu erklären oder zu hinterfragen.
      Um mal ein Beispiel zu nennen: Du kennst doch bestimmt die Meldung, dass wir Rekordsteuereinnahmen hatten. Wenn man keine Ahnung hat denkt man vielleicht, es wäre was außergewöhnliches. Allerdings ist das sogut wie jedes Jahr der Fall, denn solange die Wirtschaft wächst, steigen auch die Steuereinnahmen. In der Geschichte der BRD gab es lediglich 6 Jahre in denen das nicht der Fall war.
      Muss man also wirklich über Rekordsteuereinnahmen berichten? Nein eher nicht und wenn man es doch tut sollte man den von mir geschilderten Sachverhalt mitliefern. Passiert jedoch nicht, weil das nicht in der Pressemitteilung drin steht und kein Mensch aktiv etwas getan hat.

  2. Hi,

    leider konnten viele Fragen nicht mehr gestellt werden. Ich hatte sehr auf die in A!025 angekündigte Frage gehofft: Wie über die Wortwahl entschieden wird.
    Außerdem hätte ich an zwei Punkten gerne nachgebohrt:
    1. Bringt Stefan den Punkt, dass bei Terrorismus-Beiträgen nie der Bogen zur Verantwortlichkeit des “Westens” geschlagen wird (Drohnenkireg (ist die Frage ob man es nicht Drohnenmorde nennen soll) usw.). Elmars Antwort ist ja interessant, dass er den Zusammenhang klar erkennt & meint, dass es ausreichend behandelt wird. Aber ihr schaut doch die ganzen Nachrichten und ihr habt das Gefühl, dass es viel zu kurz kommt. Da muss man doch stutzig werden und Fragen, ob da nicht eine Seite einen falschen Eindruck von der eigenen Nachrichtensendung hat 😉
    2. Leider ist es nicht dazu gekommen, nachzuhaken, warum es keine Griechischen O-Töne gibt. Denn genau hier finde ich, dass immer die Wirklichkeit der Deutschen Medien transportiert wird und nie die Griechische (und wenn, dann nur in Halbsätzen oder aus einder despektierlichen Position).

    Auch hätte man nochmal auf die GDL und KiTa-Streiks kommen können. (siehe Griechenland-Berichterstattung).

    Für mich ist der Podcast zum großen Teil leider eine vertane Chance, gerade wenn man sich eure Kritik aus den vorherigen Podcasts ins Gedächtnis ruft und auch, weil Elmar ja ein sehr offener Gesprächspartner ist/war.

    Bei aller Kritik zu dieser Folge: Danke, dass ihr diesen Podcast macht. Für mich (und auch generell) ist er eine absolute Bereicherung!

  3. These meinerseits zum Durchschnittsalter der ZDF Zuschauer:
    Viele jüngeren Leute besitzen gar keinen Fernseher mehr ( oder benützen ihn ausschließlich zum Zocken und Film schauen). Die Informationsbeschaffung verfolgt weitgehend direkt übers Internet, da schneller und gezielter. Da hilft dir auch kein großes Sportevent, da es Leute wie mich herzlich wenig interessiert. Ich verallgemeinere das jetzt mal sehr extrem, die anderen jungen die einen Fernseher besitzen benützen den eher zum “Fernsehkiffen” (sinnfreies nebenher laufenlassen nicht allzu anspruchsvoller Sendungen) und da eignen sich die privaten natürlich deutlich mehr dazu.

  4. Ich muss mich kurz zu Eurem neuen Podcast-Theme/Gingle auslassen. Ich fand es soooooooooo entspannend, dass ihr einfach anfangt und aufhört ohne irgendein Gedudel zu hören. Es ist einfach so ein Alibi-Ding das ihr echt nicht benötigt.

  5. Interessant wäre, in Zusammenhang mit der ZDF Berichterstattung, mal eine bohrendere Frage gewesen warum eben doch nur O-Töne von deutschen Politikern bzw. warum eben nicht der erwähnte Bogen beim Terrorismus jedes mal gespannt wird. Ansonsten haben wir in unserer Medienlandschaft immer ein gebetsmühlenartiges Wiederholen, bei solchen Dingen wird es dann aber mal am Rande oder in ein paar Dokus erwähnt oder dargestellt.

  6. Danke für das Gespräch, sehr beruhigend zu wissen (und leider ein bisschen überraschend – dem Programm nach zu urteilen hätte man nicht davon ausgehen müssen),dass (soweit man das aus dem einem einstündigen Podcast beurteilen kann) in dieser Position jemand sitzt, der sich ausgiebig mit den relevanten Themen auseinandersetzt, diese kritisch hinterfragt und durchaus starke Meinungen hat, welche er unmissverständlich zum Ausdruck bringt. Daumen hoch.

    ABER, und das finde ich gerade aufgrund von Elmar’s Fachwissen und Einstellungen zu den angesprochenen Themen sehr schade und es würde mich interessieren ob ihr das ähnlich seht:
    Es scheint an Bewusstsein zu mangeln, wie sehr die eigenen Nachrichten durch Kleinigkeiten die Meinung und das Verständnis des Zuschauers zu beeinflussen vermögen – wieviel ein blöder Halbsatz in einer Anmoderation oder die Nichtnennung einer Hintergrundinformation ausmachen können. Ich möchte die von Elmar genannte tiefgehendere und vorallem kritischere Auseinandersetzung in Dokumentationen, Hintergrundberichten in Magazinsendungen oder Büchern gar nicht in Abrede stellen. Das ist wichtig und gehört ins Programm. Es ist aber meiner Meinung nach nur hab so viel Wert (er sagte ja selbst sinngemäß “das guckt sich ja am Ende kaum jemand an”), wenn in den tagesaktuellen Nachrichten – auch und besonders in der heute-Sendung – nicht genauso penibel darauf geachtet wird kein falsches Bild entstehen zu lassen, O-Töne und Ereignisse mit dem manchmal entscheidenden Kontext zu versehen und in An- und Abmoderationen nicht Behauptungen als scheinbare Fakten darzustellen, nur damit die Abschlusspointe besser klingt.

    Ihr habt im Podcast hunderte Beispiele für solche Kleinigkeiten gebracht, über die ihr euch regelmäßig aufregen könnt. Ich denke das ist genau richtig und der Punkt, der endlich bei den Verantwortlichen, Redaktionen und Nachrichtenmachern ankommen muss: Dass der zweihundertste Hintergrundbericht um 23:50 nicht wiedergut machen kann, wenn in den Abendnachrichten Millionen von Zuschauern ein falscher Eindruck vermittelt wird.

    Falls Elmar nochmal Gast im Podcast sein wird, würde es mich freuen wenn ihr nochmal darauf eingehen könntet.

    Danke und weiter so!

  7. Jonas’ Kommentar bringt es genau richtig auf den Punkt: Einerseits ist es doch beruhigend zu wissen dass hinter den ZDF Nachrichten ein kluger Kopf wie Elmar Theveßen sitzt, der sich ausgiebig mit Themen befasst, eine fundierte und balancierte Meinung hat, die nicht in einer extremen Ecke steht, sondern von Logik und Rationalität geprägt ist.

    Aber wie kann es denn dann sein, dass die Nachrichtensendungen wie Heute ein generelles Bild oder Meinung verbreiten (das habt nicht zuletzt ihr in 25 Podcastfolgen sehr aufschlussreich analysiert), die so anders ist als sie im Interview mit Herrn Theveßen herüber kommt. Klar, es soll nicht Herr Theveßens Meinung über die Nachrichtensendung verbreitet werden, aber so wie er manche Themen im Interview abhandelt, frage ich mich doch, inwieweit er nicht auch versucht hat euch hier das ZDF als ‘ganz toll’ zu verkaufen. Z.B. wenn er in etwa meint, die beiden Heute Moderatoren seien sicher nicht das Problem in der Sendung, sie machen das richtig und gut. Wirklich? In jeder Podcastfolge regt ihr euch doch mindestens einmal über die Anmoderation oder die unfundierten Nachbohrfragen der beiden auf.

    Oder das Beispiel dass es keine Einmischung der Politik in die Nachrichtenberichterstattung gibt. Es mag ja sein dass dies nur zwei Mal in den letzten Jahren vorgekommen ist, aber es scheint ja auch sicherlich so zu sein dass die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland eine Art ungesprochenes Gesetz befolgen, dass manche Narrative der Politik nicht in Frage gestellt werden, oder zu mindest nicht ausgiebig berichtet werden. Die O-Töne der Griechischen Seite der Verhandlungen ist ein gutes Beispiel dafür. Und genau dies prägt die öffentliche Meinung viel mehr als direkte Einflussnahme einer politischen Partei. Ich verstehe dass dies eine Gratwanderung ist für die Ö-R, aber es wäre dennoch interessant gewesen nachzubohren, was Herr Theveßen da noch zu sagen hätte.

    Sonst aber ein gutes Interview, gratuliere. Ich höre euren Podcast seit beginn mit großem Interesse und Begeisterung. Es ist unheimlich wichtig was ihr zur Ausbildung von Medienkompetenz in diesem Land beitragt. Es sollte wirklich Pflicht sein für Schüler und Studenten, zu lernen wie man Nachrichten konsumiert und hinterfragt. Und nach euren guten Standardfolgen des Nachrichten-Hörens, bin ich jetzt auch sehr begeistert dass ihr es schafft schon einige hochkarätige Gäste zu bekommen.

    Respekt und weiter so!

  8. Mal ne Lernfrage: Stefan betonte, dass die Spenden reine Unterstützungszahlungen sind und auch “absolut zweckungebunden”. Da wollte ich doch gleich mal nachklopfen, ob das denn finanzrechtlich wirklich so easy ist wie Stefan es jetzt hat aussehen lassen. Das Finanzamt surft ja bekannterweise auch schon ordentlich mit, um überall Geld abzuschöpfen.

    Ich überlege nämlich auch für meine eigene Spaßveranstaltung – an der ich auch viele Leute teilhaben lasse (allerdings anderes Format, andere Peergroup) – eine Spendenfunktion mit Fli-Fla-Flattr und Pi-Pa-Paypal (und was es sonst noch alles an Buttons gibt) einzurichten. Wann sind’s denn jetzt zu versteuernde Einnahmen und wann nicht? Würd mich über ne knackige, hilfreiche Antwort freuen. Ansonsten troll ich natürlich auch gerne zurück! 😉

    1. Schon der erste eingenommene Euro ist als Einnahme beim Finanzamt anzugeben. Wir sagen nur zweckungebunden, weil wir nicht wollen, dass Zuhörer die Sache hier als Geschäft verstehen. Aus einer Unterstützerzahlung lassen sich keine Ansprüche ableiten.

  9. Ach verdammt, falsche Folge (Frage bezog sich auf A!027). Egal, macht nix, hab auch noch ne inhaltliche Frage zu dieser Folge:

    Da ihr ja sonst immer wieder gerne mit Schmackes auf die Öffentlich-Rechtlichen zimmert, hatte ich mich bei dieser Folge gefragt: Haben euch Elmars Antworten an irgendwelchen Stellen so sehr überzeugt, dass ihr im Nachhinein das Gefühl hattet zuvor mit eurer Kritik ggf. zu sehr über die Stränge geschlagen zu haben? ^^

    1. Nein. Ich sage es zwar am Ende des Gesprächs scherzhaft so, aber wir stehen zu aller Kritik, die wir bislang hier vorgetragen und so weit uns möglich auch begründet haben.

  10. Also daß glaube ich Ihnen nicht, das keine Gefahr durch die
    Islamisten besteht, Heute kam in den alternativen Nachrichten
    ein Bericht über einen Schwedischen Journalisten, dem es in
    Italien verboten wurde zwei Flüchtlings-Schiffe zu fotografieren, auf den Schiffen befanden sich in der Hauptsache junge Männer, fast keine Frauen und Kinder, und
    das wird alles von den öffentlichen Medien verschwiegen, das
    heißt absichtlich unter den Teppich gekehrt, radikale Islamisten haben keinen Respekt vor Mädchen und Frauen,
    das sieht ganz nach Absicht aus, lug und trug, dem Journalisten wurde sogar mit Strafe gedroht, falls Er die Bilder nicht löscht, das hat mit Demokratie nichts mehr zu tun, es sollen alle Bürger gleichgeschaltet und dumm gehalten werden.

  11. E.T. (Hr.Theveßen) ist nicht gerade das , was man neutral nennt. In seinen Kommentaren , lässt Er doch immer wieder seine Sympathie für Fr. Merkel erkennen u. hält sich mit Kritik gegen die SPD nicht unbedingt
    zurück. Objektiv ist anders.

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