A!224 – Streuschäden

Donnerstag, 3. August 2017, 12:25 Uhr

Sehen wir doppelt? Oder sehen wir nur die Hälfte? Gibts es zwei Skandale? Diesel hier, Kartell da – ok. Aber warum ist die juristische Auseinandersetzung in mehreren Städten um die Gesundheit der Bevölkerung ein Thema und die merkwürdige “Partnerschaft” von Auto- industrie und Regierung in Bund und Land ein scheinbar ganz anderes? Die Nachrichten sind kritisch, gut so. Aber sie sind auch am Thema vorbei. In Sachen Türkei dasselbe: Ein zweijähriger deutscher Junge in politischer Haft. Aber nachrichtlich relevant ist, ob Bayer auf der Terrorliste des Sultans im Süden steht.

Wir danken unseren Produzenten Julia, Christian, Tim, Christopher, Simon, Patrick, Rebecca, Sofia, Anonym, Johannes, Juliane, Chris, Christian, Andreas, Leonie, Eva, Martin und unseren Unterstützern Frank, Jan, Daniel, Gabriel, Peter, Lisa, Ivon, Lars, Bettual, Daniel, Till, Robert, Matthias, Merten, Florian, Bernhard, Frank, Thorsten, Till, Timo, Timon, Nathalie, Sören, Sebastian, Tobias, Christoph, Tom, Malik, Fabian, Michael, Dennis, Gerrit, Jürgen, Jörn, Lars, Jürgen, Alexander, Katharina, Micha, Timo, Paul, Sven, Korbinian, Marc, Robert, Daniel, Sebastian, Benjamin, Susanne, Marco, Jan Christian, Stefan, Patricia, Robert, Jörg, Timo, Björn, Frauke, Martin, Johann, Andreas und Ines, Steffen, Adam, Frank und Sonja, Tim, Daniel, Stefan, Karl Ulrich, Benjamin und Denise, Oliver, Roman, Sebastian, Alexander, Maximilian, Oskar, Sebastian, Ruwan, Sebastian, Jan, Michael, Laura, Michael, Daniel, Christian, Georg, Benjamin, Anna, Pascal, Walter, Robert und Melanie, Maren, Saskia, Tobias, Kilian, Stephan, Benito, Peter und Sophie, Leonhard, Christina, Marcel, Katharina, Chris, Tim, Benedikt, Andreas, Bastian, Jörg und gesehene, Felix, Tim, Slawek, Maximilian, Daniel, Konrad, Markus, Christian, Michael, Max-Jakob, Adam, Miriam, Henrik, Maria, Florian, Celina, Steffen und Sophie, Theodor, Mario, Jonas, Fabian, Jan, Jan, Rafael, Janik, Bernhard und Alexander, Stephan, Susanne und Thomas, Julian, Daniar, Christian, Alexander, Alexander, Friedrich, Dirk, Luisa, Alexander, Patrick, Andreas, Marina, Christopher, Arne, Manuela, Pascal, Björn, Oliver, Frank, Norman, Marc, Christian, Jens, Thorsten, Muhammad, Michaela, Erik, Carsten, Sören, David, Stephan, Carsten und Daniel.

Unterstütze uns!

avatar Stefan
avatar Tilo
Die Ausgabe lässt sich hier kommentieren. Die Kommentare werden mit Zeitverzug moderiert und dienen in erster Linie als Hinweise an Stefan und Tilo. Fragen und Diskussionen sind im Forum besser aufgehoben. Audiokommentare nehmen wir per WhatsApp-Sprachnachricht an 004915156091706 entgegen.

22 Gedanken zu „A!224 – Streuschäden“

  1. DIESEL:

    Wieviele “Diesel-Leichen” produziert eigentlich der LKW-VERKEHR ???

    Da diese Sache “keine Sau” interessiert ist für mich die ganze Geschichte VERLOGEN und wahrscheinlich wirklich nur WIRTSCHAFTSKRIEG.

    Warum kümmern sich “die Kümmerer”- Greenpeace etc. – nicht auch um die SCHWERÖLSCHIFFE z.B. in Kiel ?
    Wohnen da keine Menschen?

  2. Tatsächlich steht Kreißen für das Wehklagen während der Geburt. Anders: Ein Mann kreißt nicht – es ist ihm schlicht nicht möglich.
    “Der Berg kreißt und gebar eine Maus”: Gemeint ist, dass mit viel Tamtam ein unglaublich unspektakuläres Ergebnis erzielt wurde.
    Kleber hat den Spruch thematisch angepasst, hätte er sich aber schenken können, die Aussage bleibt dieselbe. 😉

  3. Pisse Update:

    ..hatte zuvor das Krimskrams wissen, das wenn ein Lagerfeuer ausgepieselt wurde, sich der Urin bläulich färbte – deswegen Ad Blue?

    (Den Versuch habe ich nicht selbst gemacht, sondern es war eine Jugendliche Beobachtung – die ich gemacht habe, als sozusagen die Bollos der Hauptschule gegenüber als Versuchstiere in einem unfreiwilligen Feldexperiment nach Zündelei sich “Notbeholfen haben” auf dem Beton konnte man die Verfärbung anders, als bei Lagerfeuern mit viel Asche beobachten)

    Ich denke aber auch nicht, das das irgendwie gesund sein kann – jedenfalls soll die Schwefeloxid Abgabesache heftiger sein:

    Eingeatmet reagiert das Schwefeloxid auf der Lungeninnenhaut zu Salpeter, mit der Folge, das eine Verätzung – die man nicht spürt passiert. Neben Krebs und Lungenkrankheiten bewirkt das vor allem, das unsere kleinen Mitbürger insbesondere nie ein 100% Lungevolumen ausbilden können – sondern bei 80-90% Prozent stehen bleiben.

    Immerhin VIP Wählern der Oma Erna Generation ist Bekannt, das ich Kultussänger Roland Kaiser die alter Lunge rausgeschnitten bekommen hat und nur mit einer neuen Lunge die alte Leider weiter singen kann.

  4. @OLAF

    Volle Zustimmung, Stefan und Tilo, ich hab da irgenetwas wohl verpasst aber wie kommt ihr auf 70000 Tote jährlich durch Diesel PkW ? Das einzige was ich dazu gefunden habe ist eine etwas dubiose Studie der Environmental Health Analytics aus Washington und die reden von 107000 Toten weltweit…

  5. sehr gute Folge wieder!

    bzgl. Harnstoff usw…
    Bei zdf war in der Nacht auch eine ganz interessante Sendung:
    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-geheimakte-vw-100.html

    z.B. ging aus einem geleakten Papier hervor, dass VW auf der Straße das 3-5 fache an NOx Ausstoss als Zielwert definiert hat.

    Also solange ein Auto mit der Aussage verkauft wird, dass man nur bei der Inspektion AdBlue nachtanken muss, ist vermutlich etwas faul.
    Das gilt für alle möglichen Hersteller. Es steht also schon zu erwarten, dass auch Hersteller wie Renault und Fiat usw.. hier nochmal mehr in den Fokus rücken werden.

    Bei BMW zeigen die Test auf der Straße ja auch im wesentlichen diese Grenzwertüberschreitungen.
    BMW dürfte die Prüfstandstests nur anders eingehalten haben und hat dafür evtl. auch wie Stefan sagte, mehr Geld ausgegeben.
    Ob das was an den tatsächlichen Emissionen ändert weil man den Test mechanisch anstatt, digital verarscht, bleibt offen.
    Jedenfalls, bei den veröffentlichten Tests von BUH und KBA uns BMVI schneiden verschiedene BMW Modelle auf den ersten Blick nicht besser ab.

    Moderne LKW’s haben anscheinend niedrigere NOx Werte als so mancher PKW, im Schnitt 250mg/km NOx zu 500mg/km.

  6. Stadtverkehr: Ich würde das Geld in Elektrobusse stecken statt Straßenbahnen.
    Ich hoffe, dass die einen ähnlichen Wirkungsgrad haben und dass Busse ein bisschen billiger sind insgesamt.
    Busse sind flexibler zumindest von der Strecke her. Die müssen halt ab und an anhalten und aufladen, aber das ist ja nicht so schlimm. Busfahrer brauchen auch mal Pause. In Braunschweig laden die E-Busse induktiv, dazu gibt es zum Beispiel an einer Haltestelle unter dem Straßenbelag die Ladevorrichtung. Da muss man nicht an die E-Auto-Ladestationen fahren oder überhaupt ein Kabel dranstecken.

  7. “Der Berg kreißte…”
    Ich weiß nicht, wann ich das erste Mal diesen Spruch gehört habe. Aber ich bin mir sicher, dass jedes Mal, wenn er fiel, dann war das in einer Nachrichtensendung oder in einem Zeitungsartikel.
    Das ist sozusagen Journalistenjargon. Das benutzt keiner im Alltag.

  8. Vielen Dank für die Folge und eure nimmermüde Medienverachtung 😉 Ob mit “Streuschaden” auch der streuende Lungenkrebs bei den Abgaseinatmern gemeint ist? Mich würde mal interessieren was die FDP mit Ihrem Motto “Deregulierung ist die Lösung (für dat janze)” zu dem Ergebnis des weitgehend staatlichen unregulierten walten der Automobilindustrie sagt. Vielleicht könnt Ihr die Frage ja mal einbauen wenn Ihr wieder mal einen/e Politiker/in dieser Partei vors Mikro bekommt.

  9. Wie wärs, wenn man die ditib Angestellten wegen Spionage festnimmt und einen Gefangenausstausch mit der Türkei organisiert, um wenigstens die Inhaftierten mit deutschem Pass frei zu bekommen?

  10. Um die Audi-Cup Übertragung zu verstehen, muss man schon ein bisschen globalpolitisch denken. Mit den Russlandsanktionen, gegen die sich Deutschland zwar auflehnt, aufgrund dem geringen Rückhalt in der EU (man denke an die Troika und ihre Machtpolitik) aber wenig Chancen hat, befinden wir uns in einem “offenen” Wirtschaftskrieg. Erst die Banken, dann die grossen Volkskonzerne, dann die Energieversorgung. Man mag das gern als Hirngespinst oder “Verschwörungstheorie” abtun, aber vielleicht kann man auch drüber diskutieren, ob das vielleicht ein plausibler Grund wäre, warum der Audi-Cup so prominent übertragen wurde.

  11. Das die Regierung und die grossen Konzerne so unbeweglich sind, wie Standbilder, steht auf einem anderen Blatt. Statt auf neue Technologien zu setzen, macht man das, was man kennt und was immer funktioniert hat. Muss mit Kaiser Wilhelm II so ähnlich gewesen sein 😉

  12. Zu den Standards kann ich persönliche Erfahrungen beisteuern. Ob man beim DIN mitbekommt, wenn eine neue Norm oder ein neuer Standard eingereicht wird, hängt davon ab, ob man ne Menge Leute, die das beobachten, hat. Ansonsten ist es “geheim”. Denn man weiss es nicht, obwohl es in einschlägigen Publikationen “geleakt” wird. Meist steht der Titel der Norm in keinem Verhältnis zu dem, was die Norm bezweckt. Man muss sich also durch Papers mit dreihundert Seiten oder mehr wühlen und den Inhalt rausfiltern. Wenn man niemanden hat, der einem nicht sagt, worum es geht, hat man übermässigen Aufwand. Nach dem Mauerfall war es eine Strategie eines kleinen gemeinnützigen Unternehmens, das mit der grossen Konkurrenz sprechen wollte. Das grosse Unternehmen wollte dies nicht. Wir haben also eine Norm zur Datenübertragung in einem Gewerbe eingereicht und dann die Info an die Grossen “geleakt”. Somit wussten sie davon und konnten sich beteiligen. Und dann haben wir geredet. Kostet auch was, aber man muss es erstmal wissen. Von daher stufe ich die Aussage der Reporterin als typische Überhöhung des Themas “geheim” ein.

  13. Mir fällt dieses arrogante Lächeln bei vielen Politikern und Managern auf.

    Bei 1:13 h auf dem Foto oder auch bei dem Dobrint-Interview, wo er nach Kumanei gefragt wird. Da wäre er fast in irres Lachen ausgebrochen, aber er hat dann doch tapfer geleugnet. Vielleicht dachte er sich bei dem Wort “Partnerschaft” wirklich, worauf Tilo hinwies. Er hätte also ganz clever nicht die Unwahrheit gesagt und wenn ihn die Zuschauer alle falsch verstehen, ist das doch deren Problem.

    Gute Beobachtung auch, dass die Spitzen-Grünen mal wieder total überfordert sind. Das kommt aber daher, dass die nicht darauf vorbereitet sind so alleine, wie sie jetzt sind, gegen die geschlossene Front der Autoindustrie und Großen Koalition anzutreten. Die Grünen wollten doch einfach nur mitmachen und nicht immer so hart geschlagen werden wie damals beim Veggieday. Einigen ist sicherlich auch bewusst, dass Profitmaximierung und Umweltpolitik nicht zusammengeht, dass sie in Form der Realos selbst Industrielobbyisten in der Partei haben. Das kommt jetzt alles geballt zurück. Das ist natürlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt Schwäche zu zeigen.

    Wären die Grünen richtig vorbereitet, hätten sie jetzt starke Argumenten und Aktionen. Das wäre sich noch verstärken, wenn sie den PR-Sprech und die Aroganz der Autobosse vorführen würden. Das ist doch genau ihr Thema, großartig für den Wahlkampf. Aber nein, sie lassen sich mal einfach so nebenbei abwatschen.

    Am Ende soll es dann ein einsamer Richter richten, weil die Exekutive und Legislative total versagt hat. Das ist auch etwas zu viel verlangt. Der wird wahrscheinlich genauso einknicken wegen zu großem Druck.

  14. Diese Redensart stammt aus der »Ars poetica« des römischen Dichters Horaz (65-8 v. Chr.), wo es in Vers 139 heißt: »Es kreißen die Berge, zur Welt kommt nur ein lächerliches Mäuschen« (lateinisch: Parturient montes, nascetur ridiculus mus). Mit diesen Worten wollte Horaz die Dichter kritisieren, die nur wenig von dem halten, was sie versprechen. Wenn jemand große Vorbereitungen trifft, große Versprechungen macht und kaum etwas dabei herauskommt, dann zitiert man heute: »Der Berg kreißte und gebar eine Maus« oder auch nur: »Der Berg gebar eine Maus.«

    In diesem Zusammenhang also treffend: mit großem Blabla einen Gipfel ankündigen (Menschen mit Humor könnten denken: “Zum Wohle der Bürger”) und dann kommt nichts dabei raus.

  15. Der bei 1:18:40 eingespielte Fachexperte ist der ehemalige Abteilungsleiter im Umweltbundesamt Axel Friedrich, der den Diesel-Skandal mit aufgedeckt hat. Eine etwas längerer Abschnitt des Interviews ist im “Lage der Nation”-Podcast (Folge Sommerinterview 1) zu hören. Das gesamte Interview ist hinter einer Paywall versteckt. Das ist zwar schade, die beiden Macher haben deswegen auch schon Ihre Prügel in den Kommentaren bekommen, tut der Qualität des Interviewpartners und seiner Aussagen allerdings keinen Abbruch.
    Nach mehrfachen Anhören des Interviews kann ich nur sagen, wir alle werden von der Automobilindustrie einfach nur verarscht. Und die Politikoberen machen einfach mit. Sie hätten die Macht in der Hand, aber sie haben einfach dermaßen Schiß vor der Wahl im September, dass sie es bei dieser Form des Mikado belassen. Es ist ein Trauerspiel.

  16. Hallo, Danke für die Sendung.

    Wo eigentlich ist Ferdinand Dudenhöfer, der selbsternannte Automobilexperte, mit seinem Schrott-Allgemein Lehrstuhl?
    (Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft)

    Der poppt jedes Mal auf wenn bei Opel ein Furz gelassen wird; tingelt dann mit Katastrophenszenarien durch die Republik wie zuletzt 2016 wobei der mit den Zahlen aus der Deutschen-Bank Studie von 2009 um sich geschmissen hat. Die hat er vermutlich mit seiner ‘Kompetenz’ angepasst.

    Ziel der Übung: Die Marke beschädigen, bei der er ’85-’87 gearbeitet hat um dann zu Porsche zugehen.

    Nach eurem Beitrag ist mir klar, der wird wohl nicht von der dunklen Seite der Macht bezahlt, sondern von der white-hat Automobilindustrie.

    Jetzt hält er brav ‘s Maul.

    Beste Grüße
    Erik – na klar- Opel MA

    1. Ne, das liegt eher an den Anfragen der Sender als an ihm. Zudem äußert er sich in seinen Büchern anders als im Fernsehen. Sei nicht so parteiisch-kritisch 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.